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Sonntag, März 3, 2024
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    Weihnachtszeit ist Arbeitszeit — für Millionen Arbeiter:innen in Deutschland

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    Während die einen den Weihnachtsabend bei Gänsebraten oder Raclette genießen, müssen Millionen Arbeiter:innen wie jeden Tag ihren Job machen. Wie eine gewerkschaftsnahe Studie ermittelt hat, muss etwa jede:r zehnte Erwerbstätige an Heiligabend arbeiten. Besonders oft sind Arbeiter:innen in Niedriglohnjobs betroffen.

    Jede:r zehnte Erwerbstätige in Deutschland muss an Heiligabend arbeiten. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung. Demnach müssen besonders Beschäftigte im Gastgewerbe, in Verkehr und Logistik sowie im Gesundheits- und Sozialwesen über Weihnachten wie gewohnt ihrem Job nachgehen: Im Gesundheitswesen etwa müssen sogar 27 Prozent der Beschäftigten an Weihnachten arbeiten.

    Arbeiter:innen in Niedriglohnjobs besonders betroffen

    Wie eine Anfrage von Bundestagsabgeordneten der Linken an die Bundesregierung ergab, sind besonders häufig Arbeiter:innen in Niedriglohnjobs von Einsätzen an Weihnachten sowie an Silvester betroffen. Im Jahr 2022 mussten 3,7 Millionen Arbeiter:innen an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Etwa 40 Prozent von ihnen verdienten zwischen 1.250 und 2.250 Euro netto im Monat, weitere 20 Prozent weniger als 1.250 Euro. Die Mehrheit der betroffenen Arbeiter:innen war demnach im Hotelgewerbe (43,5 Prozent) oder der Gastronomie (41,3 Prozent) tätig — Branchen, in denen nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit 303 Millionen Stunden pro Jahr zudem besonders viele Überstunden geleistet werden. Über die Hälfte dieser Überstunden (159 Millionen) werden nicht bezahlt.

    “Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!”

    In anderen Jahren noch schlimmer

    Weil Heiligabend und Silvester diesmal jeweils auf einen Sonntag fallen, ist die Zahl der Arbeitseinsätze in 2023 sogar geringer als in anderen Jahren. 2022 hatten nämlich sogar 20 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland an Heiligabend Schichten. Hier kommt zum Tragen, dass Handelsunternehmen den Weihnachtsverkauf üblicherweise so lange wie möglich ausdehnen und daher ihre Geschäfte auch am 24. Dezember noch für einen halben Tag öffnen.

    Während die einen den Weihnachtsabend also gemütlich mit Geschenken und Essgelagen begehen, kennt der kapitalistische Alltag für Millionen Arbeiter:innen auch am 24. Dezember keine Pause.

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