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Sonntag, März 3, 2024
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    Lebensmittel verteuern sich um rund 25 Prozent in nur zwei Jahren

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    Im vergangenen Jahr sind die Verbraucherpreise um durchschnittlich 5,9% gestiegen. Die Inflation bewegte sich damit 2023 weiter in historischen Höhen: Nur in den Jahren 1950, 1973 und 2022 hatte sie bisher höher gelegen. Besonders Lebensmittel verteuerten sich rasend schnell.

    Die Teuerungsrate betrug 2023 im Vergleich zum Vorjahr 5,9% – das teilte das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mit. Dabei sind nicht alle Waren, Güter und Dienstleistungen gleich viel teurer geworden, Nahrungsmittel stiegen beispielsweise überdurchschnittlich stark im Preis an: Im Vergleich zu 2022 sind Lebensmittel 12,4% teurer geworden. 2022 hatte die Teuerungsrate für Lebensmittel dabei bereits 13,4% erreicht. Zusammengenommen für den Zeitraum von zwei Jahren gab es hier also eine durchschnittliche Preissteigerung um fast 26%.

    Besonders stark haben sich die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse, Molkereiprodukte, Eier, sowie einige weitere Nahrungsmittel erhöht. Lediglich Speisefette und -öle, allen voran Butter, sind wieder günstiger geworden.

    Energiekosten sind ebenfalls erneut erheblich teurer geworden. Zwar sind Energieprodukte im Gesamten durchschnittlich ‘nur’ 5,3% – also weniger als der Gesamtdurchschnitt – im Preis gestiegen, allerdings muss man diese Zahl im Kontext betrachten: Die Teuerungsrate für Energieprodukte wurde nämlich hauptsächlich durch den starken Rückgang bei den Kosten für leichtes Heizöl gedämpft. Die Preise für Haushaltsenergie stiegen hingegen um 14%. Nachdem Energiekosten bereits 2022 um enorme 29,7% teurer wurden, stellten sie auch in 2023 eine starke Belastung dar, insbesondere für Menschen  mit schmalem Geldbeutel wie uns Arbeiter:innen.

    Rechnet man Lebensmittel- und Energiekosten raus, beträgt die durchschnittliche Teuerungsrate für das vergangene Jahr 5,3%. Das zeigt, dass diese beiden Kategorien zwar einen erheblichen Anteil an den Teuerungen hatten, aber die Preise in allen anderen Bereichen ebenfalls spürbar gestiegen sind.

    Ist Besserung in Sicht?

    Die Prognosen für die Inflationsrate 2024 bewegen sich zwischen 2,5% und 3,5%, sie sind jedoch angesichts der aktuellen Teuerung mit Vorsicht zu betrachten.

    So ware die Teuerungsrate im letzten Jahr zwar kurzzeitig gesunken, lag jedoch im Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits wieder bei 3,7%. Damit setzt sich der Trend der hohen Preissteigerungen vom Ende des vergangenen Jahres weiter fort.

    Die wirtschaftlichen Aussichten für das kommende Jahr bleiben gemischt: Von einigen Anleger:innen wird ein Konjunkturwandel und eine Erholung der deutschen Wirtschaft erwartet, während kapitalistische Ökonomen von einem wirtschaftlich schwachen Jahr ausgehen. Zugleich vermuten EZB-Mitglieder, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins bald wieder senken könnte – das dürfte jedoch Geld wiederum billiger machen und damit das Sinken der Inflationszahlen dämpfen.

    All diese Annahmen beruhen zudem auf der Hoffnung, dass es – wie Francois Villeroy de Galhau, Frankreichs Notenbankchef ausdrückt – „keine großen Überraschungen gibt”. Für diese gibt es allerdings reichlich Potential: Wie die Angriffe auf Handelsschiffe durch die Huthi im Jemen zeigen, ist vor allem der Krieg in Westasien eine größtenteils unbekannte Variable in dieser Rechnung. Dadurch sind die Preise für Containertransporte stark angestiegen, was von den Unternehmen wieder auf die Preise aufgeschlagen werden wird, damit diese ihre Profitmargen halten können. Da der Suez-Kanal eine der wichtigsten Handelsrouten auf der ganzen Welt darstellt, kann eine Eskalation des Israel-Palästina-Kriegs erhebliche Auswirkungen uch auf die weltwirtschaftliche Situation haben. Darüber hinaus sind weitere Eskalationen verschiedener anderer Konflikte auch in diesem Jahr nicht auszuschließen.

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