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Montag, April 22, 2024
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    Wohnungsbau-Branche weiterhin in der Krise

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    Die anhaltende Wirtschaftskrise in Deutschland trifft auch die Branche des Wohnungsbaus: Förderungen werden gestrichen, Bauvorhaben eingestellt und Mieten erhöht.

    2022 wurden etwa 260.000 weniger Wohnungsbauvorhaben genehmigt als noch im Jahr zuvor. Ein Einbruch um 26 Prozent. In vielen Regionen des Landes ist das der niedrigste Stand neu genehmigter Wohnungsbauten seit zehn Jahren.

    Das lässt sich vor allem durch den Rückgang an Bauaufträgen erklären: Während es aus öffentlicher Hand 12,1% weniger Aufträge gab, sank die Zahl der Anträge durch Unternehmen um 20% und durch Privatpersonen sogar um 42,2%. Noch höher ist der Einbruch bei der Vergabe von Wohnungsbaukrediten im letzten Jahr. Hier liegt der Einbruch sogar bei 40% im Vergleich zum Vorjahr. Dazu kommt ein Rückgang bei Baugenehmigungen für Häuser.

    Wirtschaftskrise: Krisenkosten in Deutschland bei halber Billion Euro

    Ursachen der Krise

    Als Grund für den Rückgang der Anträge wird vor allem die geringe Attraktivität der Branche für Investor:innen genannt. Die Baumaterialien und der generelle Arbeitsaufwand zum Bau von Wohnungen seien zu teuer und würden zu wenig Ertrag abwerfen. Dazu kommt die Haushaltskrise der Bundesregierung. Um das 60 Milliarden große Loch im Haushalt zu stopfen, wurden zahlreiche Subventionen und Förderprogramme gekürzt oder ganz gestrichen.

    Getroffen hat es zum Beispiel die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Nordrhein-Westfalen. Wegen der Haushaltskrise musste sie Förderprogramme wie „Energetische Stadtsanierung“ oder „Genossenschaftliches Wohnen“ streichen. Damit fallen zahlreiche Bau- und Sanierungsvorhaben in NRW vorerst in Wasser.

    Eine weitere Folge sind Mieterhöhungen. Steigerungen von bis zu 13 Prozent gab es beispielsweise bei den öffentlich geförderten Wohnungen in NRW. Eine Erhöhung, die der NRW-Vorsitzende des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) als „absolute Unterkante“ bezeichnet.

    Insgesamt scheint die Branche hart von der Wirtschaftskrise getroffen zu werden. Mit den Folgen haben vor allem die Mieter:innen und Wohnungslose zu kämpfen. Von diesen gab es 2023 etwa 456.000. Wie hoch die Dunkelziffer tatsächlich ist, lässt sich schwer sagen. Klar ist: Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum.

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