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Mittwoch, Mai 29, 2024
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    Nach dem NSU: Rechtsterrorismus in Deutschland wächst

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    Ein neues Projekt des CeMas beschäftigt sich mit der Entwicklung von Rechtsterrorismus in Deutschland nach dem NSU. Die Daten machen deutlich: die Gefahr von Anschlägen steigt seit Jahren immer weiter an.

    2011: Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) fliegt auf. Die faschistische Terrorgruppe tötete in den 2000ern mindestens zehn Menschen und verletzte viele weitere. Im Nachhinein wurde immer wieder klar, dass der Verfassungsschutz jahrelang Informationen und Fakten rund um den NSU vertuscht hatte oder seine V-Leute die Gruppe womöglich unterstützt hatten. Ende 2022 veröffentlichte schließlich das ZDF Magazin Royale gemeinsam mit dem Internetportal FragdenStaat Teile der „NSU-Akten“ des hessischen Verfassungsschutzes, die eigentlich 120 Jahre lang geheim gehalten werden sollten. Immer wieder sorgte der Fall NSU für Erschrecken, Vertrauensverlust in den Staat und Wut innerhalb der Bevölkerung.

    Nun veröffentlichte das Center für Monitoring, Analyse und Strategie, kurz CeMas, kürzlich eine Sammlung aus Daten, die sich mit rechtsterroristischen Taten nach dem NSU beschäftigt. Dabei lässt sich schnell feststellen, dass der NSU nicht das Ende des rechten Terrors in Deutschland markiert, sondern sich seit seinem Ende vielmehr ein deutlicher Anstieg der rechtsterroristischen Gefahr feststellen lässt.

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    Fälle, die wohl den meisten im Kopf geblieben sein dürften, sind die Anschläge in Halle und Hanau. Doch der rechte Terror beschränkte sich bei weitem nicht auf diese rassistischen Mordanschläge. Miro Dittrich von CeMAS: „Unsere Datenbank zeigt jedoch, dass das Problem deutlich größer ist und die Gefahr von Anschlägen über die letzten Jahre zugenommen hat.“ Allein 50 rechtsterroristische Fälle werden in dem Projekt systematisch analysiert.

    Dittrich meint, dass der Anstieg unter anderem daran liege, dass digitale Räume von Ermittlungsbehörden unterschätzt würden. Diese spielen bei Vernetzung von Rechtsextremen jedoch eine wichtige Rolle, betrachtet man beispielsweise den Skandal um den „NSU 2.0“.

    Zudem warnt er davor, dass auch die Gefahr bei Minderjährigen für rechtsextremes Gedankengut und Taten unterschätzt werde.

    Die Organisation gibt an, das Projekt weiterlaufen lassen zu wollen, um auch die Entwicklungen der nächsten Zeit zu beobachten und zu dokumentieren.

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