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Mittwoch, Mai 29, 2024
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    Warum am 1. Mai gegen den Kapitalismus auf die Straße gehen?

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    Tausende Menschen gehen am 1. Mai gegen den Kapitalismus und für eine klassenkämpferische Politik auf die Straße. Warum sollte man sich ihnen anschließen? – Ein Kommentar von Julius Strupp

    Jeder kennt die Demonstrationen und Kundgebungen am 1. Mai. Meistens werden sie von den Gewerkschaften als Schaulaufen der eigenen Mitgliedschaft mit Bier und Bratwurst organisiert, während es anderswo auch gut und gerne mal mehr zur Sache geht. Während auf der einen Kundgebung Spitzenpolitiker:innen sprechen, schallen auf anderen Aktionen Redebeiträge durch die Straßen, die ein Ende des Kapitalismus fordern.

    Es gibt sehr verschiedene Gründe, aus denen Menschen dieser oder jener Demonstration teilnehmen. Klar ist aber, dass die offiziellen DGB-Aktionen an Attraktivität verlieren, während sich mehr und mehr Menschen antikapitalistischen Blöcken und Demonstrationen anschließen. Warum sollte man sich an diesen klassenkämpferischen Aktionen beteiligen?

    Weil wir ihre Kriegs- und Verarmungspolitik satt haben

    Die letzten Jahre waren geprägt von zahllosen Angriffen auf uns. Große Konzerne haben uns durch Preiserhöhungen mehr und mehr Geld aus der Tasche gezogen, während unsere Chef:innen die Löhne nicht erhöht haben. Daran, dass wir heute dauerhaft weniger haben als noch vor drei Jahren, hat auch keine der halbgaren Regierungsmaßnahmen irgendetwas verändert.

    Unsere Antwort auf Krieg & Krise: Klassenkampf!

    Stattdessen wurde vor allem für eines eine Stange Geld nach der nächsten locker gemacht: das Militär. Neben dem 100-Milliarden-Sondervermögen steht bald eine weitere dauerhafte Erhöhung des Militärhaushalts im Raum. Finanzminister Christian Lindner stellt uns dabei Tag für Tag darauf ein, dass in der deutschen Politik künftig der Leitsatz „Kanonen statt Butter“ gilt.

    Wer es satt hat, die Reden von einer „militärischen Führungsrolle“ Deutschlands oder die Schlagwörter „Kriegstüchtigkeit“ und „Wehrpflicht“ zu hören und nicht länger dem eigenen Geldbeutel beim Schrumpfen zusehen will, sollte am 1. Mai auf die Straße gehen – am besten mit antikapitalistischen Organisationen, die genau das zum Thema machen!

    Weil der DGB uns nicht hilft

    Wer sich nicht gegen diese Politik wehrt, ist der Deutsche Gewerkschaftsbund. Sein Spitzenpersonal ist Teil der SPD, die als Regierungspartei für Verarmung und Krieg mit verantwortlich zeichnet.

    TV-L: Ver.dis Forderung zementiert Reallohnsenkungen!

    Dass der DGB mit einem konsequenten Klassenkampf nichts zu tun hat, zeigt er auch in zahllosen Tarifverhandlungen, in denen stets Reallohnsenkungen ausverhandelt werden. Deshalb sollte man die Sonntagsreden der Gewerkschaftschef:innen nicht einfach über sich ergehen lassen, sondern Teil konsequenterer Aktionen werden, die den Deutschen Gewerkschaftsbund aus der Sicht der Arbeiter:innen kritisieren.

    Weil wir eine Alternative brauchen

    Der 1. Mai ist der Kampftag der Arbeiter:innenklasse, auch heute noch. Es geht am 1. Mai nicht nur darum, gegen ein paar Ungerechtigkeiten auf die Straße zu gehen. Der 1. Mai ist auch ein Tag, an dem Menschen gesellschaftliche Perspektiven auf die Straße tragen.

    Das ist auch gut so, denn die Krisen der letzten Jahre schreien mehr und mehr nach einer Lösung. Das kapitalistische System, in dem wir leben, hat uns in den letzten Jahrzehnten nichts anderes gebracht als Aufrüstung, Reallohnverluste und Naturkatastrophen. Der oberste Leitgedanke ist die Jagd nach immer größeren Profiten, für die große Konzerne und mächtige Staaten auch über Leichen gehen.

    Wer diesen Wahnsinn satt hat, sollte am 1. Mai antikapitalistisch auf die Straße gehen, sich mit anderen vernetzen und die sozialistische Alternative kennenlernen.

    • Autor bei Perspektive seit 2019, Redakteur seit 2022. Studiert in Berlin und schreibt gegen den deutschen Militarismus. Eishockey-Fan und Hundeliebhaber. Motto: "Für alles Reaktionäre gilt, dass es nicht fällt, wenn man es nicht niederschlägt."

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