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Mittwoch, Mai 29, 2024
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    Berlin: Protestcamp an der Freien Universität von der Polizei geräumt

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    Ein am Dienstagmorgen errichtetes Protestcamp an der FU Berlin wurde nach wenigen Stunden von der Polizei geräumt. In verschiedenen anderen Ländern organisieren Studierende ähnliche Aktionen.

    „Wir demonstrieren hier heute dafür, dass dieser von Deutschland finanzierte Genozid aufhört, dass keine Waffen mehr nach Israel geliefert werden“, erklärt Robin Stümke gegenüber Perspektive Online. Stümke nimmt an einem Protestcamp teil, das Studierende in den Morgenstunden in Solidarität mit Palästina errichtet hatten. Kurz zuvor hatte die israelische Offensive auf Rafah begonnen.

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    Etwa einhundert Studierende errichteten daraufhin das widerständige Zeltlager im Theaterhof der Freien Universität Berlin (FU). Schon früh kündigte die Universitätsleitung an, die Versammlung mit Hilfe der Polizei räumen lassen zu wollen. Bis dahin sollten aber noch etwa vier Stunden vergehen, in denen die Studierenden Parolen anstimmten wie „If we don’t get no justice, then you will get no peace“ (deutsch: „Wenn wir keine Gerechtigkeit kriegen, bekommt ihr keinen Frieden“) oder „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“.

    Einige verteilten auch Flugblätter. So verbreitete das Studierendenkollektiv, eine sozialistische Organisation, der sich auch Stümke zurechnet, einen Aufruf mit dem Titel „Die Zeit ist jetzt: Auf dem Campus für Palästina kämpfen“. Darin wird unter anderem ein Ende des „Massenmords in Gaza“ gefordert und gegen das neue Berliner Hochschulgesetz Stellung bezogen, das aus Sicht der Demonstrierenden „politische Zwangsexmatrikulationen“ aufgrund ihrer Gesinnung ermöglichen soll.

    Während des Protests zog die Berliner Polizei Kräfte im Innenhof der Universität zusammen, die Schaulustige und solidarische Studierende vom restlichen Protest abtrennten. Dabei sammelten sich sowohl im Innenhof als auch an den Fenstern und Glasfassaden der angrenzenden Gebäude zahlreiche Menschen, die den Protest mit Rufen und Klatschen unterstützten.

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    Am Nachmittag begann dann die Räumung des Protestcamps. Dabei setzte die Polizei physische Gewalt und Pfefferspray ein. Auch Camp-Materialien wurden dabei zerstört. Gleichzeitig hatten die Einsatzkräfte offenbar Probleme damit, die große Menge an solidarischen Studierenden in den angrenzenden Gebäuden unter Kontrolle zu bringen. Unter anderem war zu beobachten, wie Protestierende quer durch die Gebäude verfolgt wurden und Polizist:innen schließlich orientierungslos umher irrten. Dutzende Menschen riefen Parolen in den Gängen und versuchten teilweise, zum Protestcamp zu gelangen. Auch der dauerhafte Lärm eines Feuermelders, für den es keinen erkennbaren Grund gab, konnte viele nicht vertreiben. Währenddessen formierte sich auch eine Protestkundgebung vor der Mensa der Universität.

    Das kämpferische Zeltlager an der Freien Universität reiht sich ein in eine Welle ähnlicher Proteste auf der ganzen Welt. Auch in Leipzig ist am Dienstag ein Protestcamp von Studierenden errichtet worden, das auf den Krieg in Gaza und die deutsche Unterstützung Israels aufmerksam machen soll.

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