„Prepper“-Organisation lernte bei der Bundeswehr das Schießen.

Sie bereiteten sich auf einen Bürgerkrieg vor und darauf, Migranten und Linke zu erschießen. Ende August waren ein Anwalt und ein Polizeikommissar festgenommen worden.  Ihre Wohnungen und die vier weiterer Zeugen wurden durchsucht. Nun ist bekannt geworden: sie alle waren zusammen im Reservistenverband der Bundeswehr organisiert.

Der Reservistenverband organisiert ehemalige Soldaten und Unterstützer der Bundeswehr. Zusammen nehmen sie an militärischen, sportlichen oder musikalischen Unternehmungen teil. Teilweise kommen Reservisten auch im Rahmen von Bundeswehraktivitäten zum Einsatz, etwa zur Absicherung von militärischen Liegenschaften. In dessen Führungsgremien sind auch BND-Geheimdienstler aktiv.

Nach Informationen der taz sind fünf der Personen, die im Rahmen der Ermittlungen in den Fokus geraten sind, in der Reservistenkameradschaft beim Fliegerhorst Laage organisiert.

Drei der Personen – zwei Zeugen und einer der Beschuldigten, bei dem eine „Todesliste“ gefunden wurde – sind Mitglied in der „Reservistenarbeitsgemeinschaft Schießsport Schwerin-Hagenow.“ In solchen Gruppen wird etwa mit Pistolen oder Karabinern geschossen oder mit der zivilen Variante des Sturmgewehrs G3.

Die zwei Hauptbeschuldigten, der Anwalt Jan Hendrik H. und der Kriminaloberkommissar Haik J., sowie die Zeugen werden der „Prepper“-Gruppe „Nordkreuz“ zugerechnet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von so genannten „Vorbereitern“ (eng. „Prepper“) im Nordosten Deutschlands. 30 Gleichgesinnte gehören der Gruppe an. Laut dem Zeugen Axel M. verehrten die beiden Hauptangeklagten den österreichischen Faschisten Walter K. Eichelburg. Dieser verlautbart, dass man sich auf einen Bürgerkrieg vorbereiten müsse, gegen eine „Muselrevolte“. Muslime müsse man kreuzigen oder pfählen. „Man kann gleich noch einige rote und grüne Politiker und Bürokraten dazu mischen, damit alle sehen, dass sie auch zu den Feinden gehören und was mit ihnen passiert, wenn sie sich nicht freiwillig ergeben.“

Das Netzwerk „Nordkreuz“ war durch Ermittlungen gegen den faschistischen Bundeswehr-Offizier Franco A. bekannt geworden. Innerhalb des Netzwerks finden sich mehrere AfD-Mitglieder.