Was hatte der spanische Staat mit dem islamistischen Anschlag Sommer 2017 in Barcelona zu tun?

Es war der größte islamistische Anschlag in Spanien seit Langem. Am 17. August überfuhr ein islamischer Fundamentalist 15 Menschen auf den „Ramblas“ in Barcelona. Im südlich gelegenen Cambrils wurden 120 Gasflaschen für einen möglicherweise noch größeren Anschlag gefunden. Fünf mutmaßliche Attentäter starben bei einem Schusswechsel mit der Polizei. Der IS reklamierte die Tat für sich. Wie Telepolis nun berichtet, war der islamistische Cheforganisator und Drahtzieher in Katalonien seit Jahren ein Spitzel („V-Mann“) des spanischen Geheimdienstes „CNI“ (Centro Nacional de Inteligencia).

Der „Imam von Ripoll“, Abdelbaki Es Satty, wurde seit 2003 als radikaler Islamist geführt. 2010 wurde er wegen des Handels von 191 Kilo Haschisch zu vier Jahren Haft verurteilt. Spätestens seit Beginn seiner Haft wurde er als Spitzel für den Geheimdienst angeworben. Erstaunlicherweise kam er bereits nach 28 Monaten aus dem Gefängnis frei. Auch seine im Urteil verankerte Abschiebung nach Marokko wurde nicht durchgeführt, da er „beruflich integriert“ sei.

Bereits bei einer Serie von islamistischen Anschlägen in der Madrider U-Bahn im Jahr 2004 mit 191 Toten kam es zu ähnlichen Vorfällen. Damals hatten Drogenhändler, die ebenfalls V-Männer waren, den Sprengstoff für die Anschläge geliefert. Der algerische Haupttäter war wegen eines angeblichen „Richterfehlers“ frühzeitig aus der Haft entlassen worden.

Auch im Fall des islamistischen Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Dezember vergangenen Jahres war es ein V-Mann, der den Attentäter Anis Amri zu Anschlägen mit einem LKW aufforderte.