Zwei junge Frauen wurden nach Feier vergewaltigt und dabei gefilmt. Der Täter ist auf freiem Fuß.

In einer Kaserne in Todendorf sind zwei junge Luftwaffensoldatinnen (18 und 21) nach einer Feier vergewaltigt worden. Der mutmaßliche Täter ist ein 29-jähriger Oberfeldwebel. Gegen ihn wurde ein Dienstausübungs- und Uniform-Trageverbot ausgesprochen. Aus den Ermittlungen ergab sich, das mehrere Soldaten diesen Übergriff mitbekommen haben, einer von ihnen soll gefilmt haben. Eingegriffen hat jedoch niemand. Der Täter konnte bisher nicht belangt werden, da er jede Aussage verweigert und Zeugenaussagen sich widersprechen.

Diese Vergewaltigung ist leider kein Einzelfall

Dieser Fall ist bei Weitem nicht der Erste von sexualisierter Gewalt in der Bundeswehr. Pro Jahr verzeichnet sie etwa 80 Fälle der „Belästigung mit sexuellem Hintergrund“. In einigen Fällen sind sexuelle Nötigungen dabei anscheinend Bestandteil eines Ausbildungsrituals. So zum Beispiel in einem Skandal, der im Oktober 2016 bekannt wurde: Zur Ausbildung der Kampfretter zu Elitesoldaten in der Staufer-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf gehörten offenbar sexuell-sadistische Rituale, auch diese wurden gefilmt. Verteidigungsministerin von der Leyen versprach zwar, die Fälle „mit aller Härte aufzuklären“, es kam letztendlich aber nur dazu, dass ein Kommandeur, ein Oberst und zwei Stabsoffiziere versetzt wurden. Präventivmaßnahmen, die SoldatInnen in Zukunft schützen, wurden nicht eingeleitet. Dabei sind Unternehmen und Ämter gesetzlich verpflichtet, ihre Beschäftigten aktiv vor sexueller Belästigung zu schützen – eine Pflicht, der nicht nur die Bundeswehr nicht nachkommt.