Die zukünftige „Jamaika–Koalition“ möchte Anfang 2018 die Rente mit 63 abschaffen.

Die große Koalition aus SPD und CDU hat erst im Jahr 2014 die Rente mit 63 eingeführt. Bei den laufenden „Jamaika-Verhandlungen“ sollen die Parteien CDU/CSU, FDP und die Grünen sich jetzt für eine Abschaffung der Rente mit 63 entschieden haben.

Wer 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hatte, durfte ab dem Jahr 2014 mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen. Ab dem Geburtenjahr 1964 ist der gesetzliche Renteneinstieg ab 67 Jahren vorgesehen. Bei den Verhandlungsgesprächen der zukünftigen Jamaika–Koalition, die in den letzten Tagen fortgesetzt wurden, heißt es jetzt, dass man diese erst kürzlich eingeführte Reform 2018 wieder streichen wolle. Gelten soll dann die Rente mit 63 Jahren nur noch für körperlich hart arbeitende Menschen. Das damit erwirtschaftete Geld soll ab dem Zeitpunkt Menschen zugute kommen, die teilweise oder voll arbeitsunfähig sind. Alle anderen sollen bis mindestens 67 Jahren arbeiten.

Der CSU Chef Horst Seehofer spricht davon, dass die private Vorsorge der Rente mehr gestärkt werden müsse. Michael Hüther, Direktor des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW) zu den Koalitionsgesprächen: „Wenn ich Grüne und FDP wäre, würde ich die Union da vor mir hertreiben“. Laut seiner Bilanz sind schon mehr als 200.000 ArbeiterInnen durch diese Reform in den Ruhestand gegangen. Außerdem wurden in den letzten beiden Jahren allein mehr als 300.000 Anträge auf eine vorzeitige Rente gestellt, so die „Deutsche Rentenversicherung“.

Jens Spahn (CDU) verlangte am Montag deren Abschaffung, er sagte zu dem Thema: „Die Rente mit 63 für langjährig Versicherte wird vor allem von männlichen Facharbeitern genutzt, die wir eigentlich noch brauchen.“ Auch der FDP-Politiker Volker Wissing spricht sich für ihre Abschaffung aus.

„Die Rente mit 63 wird nicht abgeschafft“, sagte dagegen Anton Hofreiter von den Grünen in einer Pressemitteilung. „Wir dementieren das für alle, die da mit am Tisch saßen“. Ob er damit recht behalten wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Am heutigen Mittwoch sollen die Koalitionsverhandlungen weitergehen, die Themen werden diesmal Landwirtschaft, Wirtschaft und Verkehr sein.