Mutter von Heather Heyer: „Nehmt den Stab auf und steht auf gegen Hass“

Am 12. August vor einem Jahr raste ein Faschist mit einem Auto in eine Gruppe linker Demonstranten in der US-Stadt Charlottesville. Eine junge Frau, Heather Heyer, wurde getötet, 26 weitere wurden verletzt. Gestern haben tausende Menschen ihrer in der US-Hauptstadt gedacht – gleichzeitig mussten sie gegen eine Demo von Verteidigern der rechten Gewalt vorgehen.

„Unite the Right“ 2017

Der Mordanschlag auf die Antifaschisten hatte während einer Demonstration vor einem Jahr stattgefunden. Damals marschierten weiße Nationalisten und Neonazis in der Stadt Charlottesville unter dem Motto „die Rechte vereinigen“ auf. Es war einer der größten Aufmärsche seit Langem.

Am Rande des rechten Aufmarschs fuhr ein Faschist mit seinem Auto in eine mit Gegendemonstranten gefüllte Straße hinein, das Auto wurde zur tödlichen Waffe. Während der Demonstration kam es außerdem zu schweren körperlichen Auseinandersetzungen. Die Polizei hatte den Schutz der Antifaschisten unterlassen.

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„Unite the Right“ 2018

Gestern, am Jahrestag der Attacken von Charlottesville, kamen erneut Rechte zusammen, um ihre Demonstration von damals zu feiern. Da in Charlottesville selbst der Ausnahmezustand ausgerufen wurde um Proteste zu unterbinden, kamen sie nach Washington.  Doch statt der mehreren Hundert im letzten Jahr folgten dem Aufruf nur wenige Dutzend. Ihnen standen mehr als tausend GegendemonstrantInnen gegenüber. Sie riefen unter anderem Parolen wie „Kein Trump, kein Ku-Klux-Klan, keine faschistische USA“.

In einem Interview appellierte die Mutter der ermordeten Heather Heyer, „den Stab aufzunehmen und gegen Hass aufzustehen“.

Trump belibt neutral

Schon bei den Angriffen vor einem Jahr hatte sich der US-Präsident nicht klar positioniert. Seiner Meinung nach habe es „sehr böse Menschen“ und „sehr feine Menschen“ auf beiden Seiten gegeben. Auch dieses Mal reichte es nur für einen schwachen „Tweet“, in dem er sich allgemein von „Rassismus und Gewalt“ distanzierte, ohne konkret auf den rechten Aufmarsch einzugehen. Der rechte Terror-Fahrer von Charlottesville hatte seiner Mutter vor Abreise zur Demonstration gesagt, er wolle zu einer „Pro-Trump“-Demo fahren.

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