Am frühen Sonntag besetzten rund 40 AktivistInnen drei Bagger und eine Verladebrücke im Hamburger Hansaport. Damit wurde der Betrieb in Deutschlands größtem Kohlehafen massiv beeinträchtigt und vorübergehend eingestellt.

Mit Transparenten und Parolen machten die AktivistInnen ihre Ablehnung der Kohlekommission (KoKo) deutlich und forderten konsequenten Umweltschutz, sowie den sofortigen Kohleausstieg. Gegenüber der ZEIT sagte eine Aktivistin: „Wir möchten zeigen, dass wir nicht nur mit den Ergebnissen der Kommission nicht einverstanden sind, sondern auch das Verfahren ablehnen.“

Die Kohlekommission hatte am vergangenen Mittwoch ihre Ergebnisse aus monatelanger Verhandlung vorgestellt. In diesen schlägt die Kommission der Bundesregierung unter anderem vor, den Kohleausstieg bis 2038 zu verschieben und den Konzernen mehrere Millionen an Entschädigungen zu zahlen.

Kohleausstieg statt Kohlekommission

Die fortschrittlichen Teile der Umweltbewegung wie „Ende Gelände“ lehnen diese Vorschläge als unzureichend ab und kritisieren die großen Umwelt-NGOs, die in der Kohlekommission sitzen. Auch die fortschrittlichen Teile von der Jugendbewegung „Fridays For Future“ haben Gespräche mit der KoKo stets abgelehnt und fordern weiterhin den sofortigen Kohleausstieg. Nun haben die AktivistInnen in Hamburg eine erste praktische Antwort auf die Ergebnisse der KoKo gegeben.

Ein Knotenpunkt des Kapitalismus

Nach Ansicht der GegnerInnen würden in der KoKo nur Konzerninteressen verfolgt werden und die Betroffenen des Klimawandels nicht vertreten sein. Den Kohlehafen hätten sie als Ort für ihre Aktion ausgewählt, da dieser ein ‚Knotenpunkt‘ des Kapitalismus in Deutschland sei und sich ihr Protest nicht allein gegen die Kohle, sondern gegen die Umweltzerstörung im Kapitalismus allgemein richte.

Gegen Abend wurden die AktivistInnen dann von mehreren Hundertschaften der Polizei ‚geräumt‘. Hierbei wandte die Polizei nach Aussagen eines Aktivisten unverhältnismäßige Gewallt an. So wurden die DemonstrantInnen mit gefesselten Händen stundenlang im Regen sitzen gelassen. Montag morgen gegen 09:00 wurden dann alle Protestierenden aus der Gefangenensammelstelle entlassen. Der Polizei gelang es nicht ihre Personalien festzustellen.

Weitere Proteste angekündigt

Die Proteste sind damit jedoch noch nicht zu Ende: „Die Klimagerechtigkeitsbewegung wird ihre Bemühungen verstärken!“, so ein Aktivist der Hafenbesetzung im Gespräch mit Perspektive Online. Er kündigte für die kommenden Wochen weitere Aktionen an. Auch die größte fortschrittliche Klimaschutzbewegung „Ende Gelände“ plant Blockaden gegen die Kohlekommission für den 1. Februar in Berlin.