Die kapitalistische Gesellschaft ist auf Individualismus und Konkurrenz aufgebaut. Das zeigt sich auch daran, dass die Anzahl der Menschen, die sich in Deutschland öfter einsam fühlen, immer weiter steigt. Bei Menschen zwischen 45 und 84 Jahren stieg die Einsamkeitsquote von 2011 bis 2017 um rund 15 Prozent. In einigen einzelnen Altersgruppen erhöhte sie sich sogar um 59 Prozent.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Fühlten sich vor acht Jahren 5,1 Prozent der 65- bis 74-Jährigen noch einsam, waren es zuletzt waren bereits 8,1 Prozent.

Einsamkeit fängt schon in jungen Jahren an. Jeder vierte Jugendliche sagt, dass er sich manchmal oder selten einsam fühle, junge Frauen häufiger als junge Männer.

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Gesundheit leidet unter Einsamkeit

Laut Antwort der Bundesregierung werden durch soziale Isolation „Auftreten und Verlauf chronischer Krankheiten ungünstig beeinflusst“. So sterben einsame Menschen früher.  Auch könne man Zusammenhänge mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen sowie psychischen Erkrankungen (Depression, Angststörung, Suizidneigung) und Demenz beobachten. Außerdem stünden subjektiv empfundene Einsamkeit und der Eintritt von Pflegebedürftigkeit in Wechselwirkung.