Mehr als jede/r Zweite ist gewaltbereit. Dabei sollen Online-Plattformen eine immer größer werdende Rolle bei der Radikalisierung und Organisierung spielen.

In Deutschland gibt es laut Angaben des Bundesinnenministeriums (BMI) etwa 24.000 Rechtsradikale, von denen 12.700 Personen dem Kreis der „gewaltorientierten Rechtsextremisten“ zugeordnet werden. Das ging aus einer kleinen Anfrage der FDP im Bundestag hervor. Bei der Radikalisierung soll insbesondere das Internet eine immer wichtiger werdende Rolle spielen. Der Verfassungsschutz prüfe regelmäßig „mehrere Hundert relevante Internetpräsenzen, Profile und Kanäle der rechtsextremistischen Szene“, um zu diesem Ergebnis zu kommen.

Auf Internet-Plattformen wie der Spiele-Plattform ‚Steam‘ oder in verschiedenen Chat-Gruppen können die Faschisten weitgehend frei agitieren. Die Anfrage im Bundestag richtete sich gezielt auf die Vernetzung der rechtsterroristischen Szene mittels des Internets. So hat der faschistische Attentäter von Christchurch, der im März 51 Menschen in zwei Moscheen ermordete, auf Steam offen fremdenfeindliche Hetze betrieben. Ebenso hat der Attentäter von München, David S., auf dieser Plattform seine Tat angekündigt.

Münchener „Amoklauf“ war rechtsterroristischer Anschlag

Faschisten vernetzen sich international

Die bestehenden Organisationen und Netzwerke der Rechtsradikalen vernetzen sich zunehmend global, online wie offline. Vor wenigen Wochen berichteten internationale Medien von den Verbindungen zwischen dem Attentäter von Christchurch zur Identitären-Bewegung in Europa.

Er unterstützte seine europäischen Kameraden mit Geldspenden und bereiste mehr als 20 EU-Länder. Im Gegensatz zur Behauptung, hinter dem Attentat stünde ein verwirrter Einzeltäter, war auch hier ein faschistisches Netzwerk beteiligt.