Die rechtsterroristische Vereinigung „Combat 18“ hat am Mittwoch ein Videostatement veröffentlicht, das die Bezüge der Gruppe zu Stephan Ernst leugnet. Vermutlich will die Gruppe damit einem Verbot entgehen.

Laut der antifaschistischen Rechercheplattform Exif hat die rechtsterroristische Vereinigung „Combat 18“ am Mittwoch Morgen ein selbst gedrehtes Videostatement zur aktuellen Berichterstattung rund um die Ermordung Walter Lübckes veröffentlicht.

Das veröffentlichte Video zeigt eine vermummte Person sowie das Logo der Gruppe. Laut Exif soll es sich bei der im Video zu sehenden Person um den aus Dortmund stammenden Robin Schmiemann handeln. Schmiemann war im Jahr 2013 aufgrund seiner Brieffreundschaft zu der NSU-Terroristin Beate Zschäpe bekannt geworden.

Soll „Combat 18“ verboten werden?

Versuch einem Verbot zu entgehen

Exif ordnet das Video als einen Versuch ein, einem bevorstehenden Verbot zu entgehen. In dem Video verneint Schmiemann jeden Zusammenhang zwischen Stephan Ernst und dem „Combat 18“-Netzwerk. Dies scheint aufgrund bisher veröffentlichter Fakten mehr als unglaubwürdig zu sein.

Das nun erschienene Video ist die erste offizielle Video-Stellungnahme, die es bisher von dem Netzwerk gibt. Auch dieser Fakt deutet darauf hin, dass die Beteiligten versuchen, mit allen Mitteln einem Verbot zu entgehen.

Combat 18, NSU und Verfassungsschutz

Auch der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU), der u.a. zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordete, gehörte höchstwahrscheinlich zum Blood&Honour/Combat 18-Netzwerk.

Bereits im Jahr 1999 zählte das Thüringer LKA die Neonazis des NSU „zum harten Kern der Blood and Honour-Bewegung in Jena“. Auch war das gesamte Unterstützerumfeld von führenden Blood&Honour-Mitgliedern durchsetzt. Dabei handelte es sich teilweise um langjährige Spitzel des deutschen Geheimdienstes „Bundesamt für Verfassungsschutz“ (BfV).

Mitte 2017 wurde dann bekannt, dass die gesamte B&H-Struktur durch einen Spitzel des Verfassungsschutzes aufgebaut wurde.


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