Im amerikanischen Tacoma ist der antifaschistische Aktivist Will Van Spronsen von Polizisten erschossen worden. Laut Angaben der Polizei habe er einen Abschiebebus in der Nähe des „Northwest Detention Center“ angezündet. Seit Monaten gibt es Proteste gegen die Abschiebepolitik der US-Regierung.

Der tödliche Vorfall ereignete sich am Samstag wenige Stunden nach einer friedlichen Demonstration gegen die aktuelle Abschiebepolitik der US-Regierung. Laut Angaben der Polizei soll der 69-jährige Van Spronsen versucht haben, mehrere Fahrzeuge, ein Nebengebäude und einen Propantank vor dem „Northwest Detention Center“ in Tacoma in Brand zu setzten. Dabei kam es auch zu einem Feuergefecht, in dem der 69-Jährige von der Polizei durch einen Kopfschuss getötet wurde.

In einer Erklärung von Will Van Spronsen, die auf einer anarchistischen Website veröffentlicht wurde, erklärte er: „Es gibt falsch und richtig. Es ist Zeit, gegen die Mächte des Bösen vorzugehen.“

Anarchist und Antifaschist

In einem weiteren anonymen Schreiben wurde er außerdem als „langjähriger Anarchist, Antifaschist und eine freundliche, liebevolle Person“ beschrieben.

Schon in den Occupy-Protesten von 2011 habe er seinen Kampfgeist gezeigt, als er einen Polizisten versuchte daran zu hindern, einen 17-jährigen Demonstranten festzunehmen.

„Gleich am nächsten Tag, als er aus dem Gefängnis entlassen wurde, kam er direkt zum Lager außerhalb des Zentrums zurück, um die anderen Demonstranten zu unterstützen. Er ist auch als geduldiger und nachdenklicher Zuhörer in Erinnerung geblieben, der immer bereit war, die Leute anzuhören.“, so das anonym veröffentlichte Statement.

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Massive Proteste gegen Abschiebegefängnisse und aktuelle Migrationspolitik

Das attackierte Abschiebegefängnis ist ein privates Gefängnis der „GEO Group“. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das sich im Auftrag der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) auf Inhaftierungen von MigrantInnen spezialisiert hat.

Immer wieder werden Berichte über Menschenrechtsverstöße in Gefängnissen der GEO-Gruppe bekannt. Das Zentrum sperrt neben der Abschiebung von Migranten auch Eltern ein, die im Rahmen der Migrationspolitik von Donald Trump von ihren Kindern getrennt wurden.

In den letzten Wochen und Tagen gab es landesweit Proteste und Streiks gegen solche Abschiebegefängnisse und die aktuelle Migrationspolitik von Donald Trump.

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