Im faschistischen Prepper-Netzwerk „Nordkreuz“ planten Elitesoldaten, Polizisten und Anwälte die Ermordung Linker im Fall einer faschistischen Machtübernahme, den „Tag X“. Dafür wurde eine „Todesliste“ mit Namen politischer GegnerInnen zusammengestellt. Nun ist bestätigt: die Liste umfasste nicht nur Menschen aus dem Norden Deutschlands, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch wurde bekannt: Neben „Nordkreuz“ existierten noch die Ableger „Südkreuz“, „Westkreuz“ und UnterstützerInnen in und um Berlin.

Das geht aus Informationen hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Demnach geht die Bundesanwaltschaft entsprechenden Hinweisen nach. Sie ist verantwortlich für Terror-Ermittlungen.

Bei den faschistischen „Prepper“-Netzwerken handelt es sich um Organisationen, die umfangreiche Vorbereitungen getroffen haben, wie sie am „Tag X“ – dem Tag eines „Zuammenbruchs der Ordnung“ -. die faschistische Machtübernahme unterstützen wollen:

1. Todesliste aufgestellt

Bei Mitgliedern der Gruppe „Nordkreuz“ wurden im August 2017 und April 2018 Listen mit fast 25.000 politischen GegnerInnen sichergestellt. Nach Aussagen von „Nordkreuz“-Mitglied Horst S. – einem ehemaligen Vizechef im Bundeswehr-Reservistenverband Mecklenburg-Vorpommern – sollten diese am „Tag X“ liquidiert werden.

Bisher war bekannt, dass diese Liste Namen aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Norden Brandenburgs umfasst. Nun zeigt sich, dass darauf Namen aus ganz Deutschland verzeichnet sind – was auf ein bundesweites Netzwerk schließen lässt.

Auch berichtet das RND darüber, dass ein AfD-Politiker bei der Beschaffung der Namen und Daten behilflich war. So soll der Polizist Haik J. von seinem Dienstcomputer aus auf Meldedaten zugegriffen haben. Er ist auch Mitglied im AfD-Landesfachausschuss für Innere Sicherheit.

Der 11. Mord des NSU-Netzwerks?

Die Informationen sind zum Teil sehr umfangreich. So wurde bei den Rechtsterroristen beispielsweise der Wohnungsgrundriss eines Lokalpolitikers gefunden. Dieser wurde vom Staatsschutz angefertigt, nachdem der Mann im Jahr 2015 zeitweilig Personenschutz erhielt – wegen rechter Drohungen. Nun sind sie erstaunlicherweise in den Händen mutmaßlicher Rechtsterroristen gelandet.

Bis heute hält jedoch die ermittelnde Bundesanwaltschaft die vollständigen „Nordkreuz“-Daten unter Verschluss. Nur ein winziger Anteil der Menschen, die auf diesen Listen stehen, wurde bisher darüber informiert.

2. Waffen und Munition gehortet:

Um seine Ziele umzusetzen, soll „Nordkreuz“ auch Waffen und Munition gesammelt haben. So wurde beim SEK-Beamten und AfD-Mitglied  eine Waffe vom Typ „Uzi“ festgestellt. Sie stammt jedoch nicht aus LKA-, sondern aus Bundeswehrbeständen und wurde dort bereits vor 15 Jahren offiziell als gestohlen gemeldet. Marko G. soll außerdem mit drei weiteren Polizisten mehrere zehntausend Schuss Munition aus Polizeibeständen entwendet haben.

Darüber hinaus einigt alle Mitglieder von „Nordkreuz“, dass sie dem Reservistenverband der Bundeswehr angehören. Sie alle haben dementspechend Zugang zu Waffen, verfügen über zehntausende Schuss Munition und sind geübte Schützen.

Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft?!?

3. Leichensäcke und Ätzkalk besorgt:

Die Vorbereitungen gingen bereits so weit, dass schon die ‚Entsorgung‘ der Ermordeten geplant wurde. So wurde vor kurzem bekannt, dass auf einer Materialliste von „Nordkreuz“ auch 200 Leichensäcke und Ätzkalk aufgelistet waren.

Eine entsprechende handgeschriebene, dreiseitige Material-Liste der FaschistInnen – inklusive Bestelladressen, Kontakten und Wohnungsbeziehungen – soll der Bundestag vor wenigen Wochen vom Inlandsnachrichtendienst erhalten haben.