Schon wenige Stunden nach dem faschistischen Attentat am 9. Oktober in Halle hatten sich die Behörden festgelegt: Der Faschist Stephan B. soll ein „Einzeltäter“ gewesen sein. Mittlerweile tauchen jedoch immer neue Hinweise darauf auf, dass dem nicht so war. So soll er 2014 auf einer NPD-Veranstaltung gewesen sein. Außerdem gab es Durchsuchungen bei zwei Personen in Mönchengladbach, die sein „Manifest“ ins Internet stellten. Hinzu kommen anonyme Spender und mögliche „Verbindungen zur Bundeswehr“.

Am Mittwoch, den 9. Oktober begann Stephan B. gegen 12 Uhr mit seinem rechtsterroristischen Anschlag. Nachdem sein Angriff auf eine Synagoge scheiterte, erschoss er zwei Menschen. Gegen 14 Uhr wurde er festgenommen. Keine vier Stunden später erklärten die Behörden bereits, es handele sich um einen „Einzeltäter“. Mittlerweile tauchen immer mehr Hinweise auf, die diese These in Zweifel ziehen:

  1. Im Interview mit Frontal 21 berichtete ein Aussteiger aus der Neonazi-Szene, er habe den mutmaßlichen Täter im Frühjahr 2014 bei einer Parteiveranstaltung in der ehemaligen NPD-Zentrale in Leipzig getroffen.
  2. Am Mittwoch kam es zu einer Hausdurchsuchung im Zuge von Ermittlungen gegen zwei Männer aus dem nordrhein-westfälischen Mönchengladbach. Diese hatten das „Manifest“ des Rechtsterroristen im Internet hochgeladen. Die BKA-Ermittler gingen dabei auch dem Verdacht nach, dass einer der beiden Mönchengladbacher mit dem Attentäter in Verbindung gestanden haben und über die geplante Tat informiert gewesen sein soll.
  3. Kurz nach dem Attentat hatte sich ein sogenanntes „Staatsstreichorchester“ zum Terror von Halle bekannt. Bisher werden die Hintergründe dazu noch ermittelt.
  4. Stephan B. erklärte in seinem Geständnis, eine anonyme Spende aus dem Internet über 0.1 Bitcoin – rund 750€ – erhalten zu haben. Der oder die Spender sind bisher jedoch nicht bekannt.
  5. Der Vater des Rechtsterroristen Stephan B. hat bei seiner Befragung kurz nach dem Anschlag in Halle auf „Verbindungen“ des Attentäters „zur Bundeswehr“ hingewiesen. Bis heute ist nur bekannt, dass Stephan B. dort seinen Wehrdienst abgeleistet haben soll. Außerdem soll er sich 2018 als Zeitsoldat beworben, die Bewerbung jedoch zurückgezogen haben.

Nein, rechter Terror ist kein psychisches Problem