Am 30. Dezember hat ein CDU-Politiker in Köln-Porz auf einen 20-jährigen Jugendlichen geschossen. Doch bis jetzt ist der Name des mutmaßlichen Schützen in keiner größeren Zeitung genannt worden. Das liegt auch daran, dass mittlerweile die Kanzlei Höcker über ihn wacht, bei der auch der ehemalige Geheimdienstchef Hans-Georg Maaßen arbeitet. Sie geht gern mit Abmahnungen gegen Zeitungen vor. Doch mit wenig Aufwand kann man seinen Namen auch selbst herausfinden.

Folgende Daten sind bisher über den Schützen bekannt: Er ist Mitglied der CDU-Fraktion in der Porzer Bezirksvertretung. Auf der Webseite der Stadt Köln gibt es natürlich einen Überblick über die Bezirksvertretungen und deren Mitglieder (mit Bild). So erfährt man dort, dass die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung aus sechs Personen besteht, darunter aber die Hälfte – also drei Personen – weiblichen Geschlechts sind. Verbleiben also drei mögliche Personen.

Eine davon ist allerdings der Bezirksbürgermeister, der sich auch selbst schon geäußert hat, also als Täter ausscheidet. Verbleiben zwei Männer: der eine, den man nicht in unnötigen Verdacht bringen will, trägt den Namen des weltweit bekanntesten Deutschen, eines großen Philosophen und Ökonomen. Nach dem veröffentlichten Bild auf der Webseite der Stadt Köln kommt diese Person schon deshalb nicht in Betracht, da das Bild uralt sein müsste, falls es eine Person darstellt, die heute 72 ist.

Es verbleibt also nur noch eine Person, deren Foto auch durchaus mit dem in der Presse genannten Alter kompatibel ist.

Warum wird der Name nicht genannt?

Was also – fragt man sich am Ende – soll es bringen, wie ein Schießhund darüber zu wachen, dass der Name nicht fällt? Sehr viel wahrscheinlicher ist doch einfach, dass damit die gesamte Berichterstattung über den Vorfall unterbunden werden soll.

Nach der Devise „Was verboten ist, das macht uns gerade scharf“ führt allerdings die Geheimniskrämerei viel eher dazu, dass Menschen sich für den Namen des Schützen interessieren und diesen auch recht leicht herausfinden können. Wer den Namen wissen will, kennt ihn also auch.

In sozialen Medien haben bereits viele Personen ihre Recherchen öffentlich gemacht.

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Rechte Positionen auf Facebook

Derweil werden immer mehr Informationen über die politische Gesinnung des mutmaßlichen Täters bekannt – er ist innerhalb der CDU ein Mensch mit Positionen rechtsaußen. Darauf lässt eine Facebook-Seite schließen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ihm zugerechnet werden kann – wie das auch der Kölner Stadtanzeiger tut.

Hier spricht er von „linksfaschistischen Studenten“ wenn sie einen Protest gegen den rechten Polizeigewerkschafter Rainer Wendt planen. Auch teilte er dort vielfach Fahndungsaufrufe der Polizei gegen MigrantInnen. Einen Artikel über die Kürzung von Nahrungsmittelrationen für Flüchtlinge in Kenia kommentiert er mit den Worten „Auslöser 2015, Auslöser 2018, Bilderberger lassen grüssen.“ Das zeigt, dass der Politiker offenbar an rechte Verschwörungstheorien glaubt, welche in Flüchtlingswellen einen gezielten Plan der Bilderberger-Konferenz sehen.