Am gestrigen Rosenmontag raste der 29-jährige Maurice P. gezielt in den Rosenmontagsumzug der hessischen Kleinstadt. Er war nicht alkoholisiert. Unter den fast 60 Verletzten sind Schwerverletzte, 35 sind immer noch im Krankenhaus. AfD-PolitikerInnen teilen Fake News von einem islamistischen Anschlag.

Am frühen Nachmittag, gegen 14:45 Uhr, steuerte Marcel P. seinen PKW in die Menschenmenge des Volkmarsener Rosenmontagsumzugs. Der 29-jähriger Täter kommt aus der hessischen Kleinstadt und war bereits polizeibekannt, unter anderem wegen Nötigung. Er hat mit seiner Großmutter in dem Ort gewohnt.

AugenzeugInnen berichten, dass er so sehr beschleunigt habe, dass die Reifen durchdrehten. Erst nach rund 30 Metern kam der silberne Mercedes zum Halt. Insgesamt verletzte das Attentat fast 60 Menschen, darunter auch Schwerverletzte. 17 Personen konnten ambulant behandelt werden, derzeit müssen noch 35 Menschen in stationärer Behandlung bleiben.

Die Polizei gab zunächst bekannt, zwar von vorsätzlichem Handeln auszugehen, sprach allerdings nicht von einem Attentat. Dies korrigierte sie nun. Gegen Maurice P. ermittelt nun die Generalstaatsanwaltschaft, unmittelbar nach dem Attentat veranlasste die Landespolizei hessenweite Ermittlungen. Das Motiv sei noch vollkommen ungeklärt, es werde „in alle Richtungen ermittelt“. Die Vernehmungen müssen noch stattfinden. Da auch der Täter Verletzungen erlitt, war zunächst sein Gesundheitszustand zu stabilisieren, bevor er vernommen werden konnte.

„Weil das Wort „Terror“ noch nicht genannt wurde, gehen wir davon aus, dass es wieder eine weiße Person ist.“ kommentiert ein/e NutzerIn die Berichterstattung.

Am frühen Morgen durchsuchte das SEK die Wohnung von Maurice P.. Eine Nachbarin äußerte sich gegenüber FOCUS: „Ich habe ihn heute wegfahren sehen, er sah aus, als stünde er unter Drogen und sagte, ‚bald stehe ich in der Zeitung‘.“

Das hessische Kriminalamt ließ in Reaktion auf den Anschlag das Risiko für alle weiteren Umzüge neu bewerten. Es kam aber nicht zu dem Schluss, dass aktuell von erhöhter Gefahr auszugehen sei. Dennoch werde man die Polizeipräsenz in nächster Zukunft erhöhen.

Einem zweiten Festgenommenen wird der Tatvorwurf des „Gaffens“ gemacht. Er hatte Videoaufnahmen des Attentats gemacht. Es gibt noch keine Erkenntnisse dazu, ob er in Verbindung mit der Tat an sich steht.

Der Tatort wird derzeit gereinigt, um ihn wieder freizugeben. Unmittelbar nach dem Attentat war zunächst der ganze Ort Volkmarsen abgeriegelt, die Sperrungen sind inzwischen alle wieder aufgehoben.

In deutschen Medien haben Terror und Amok eine Hautfarbe


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