Thyssen-Krupp droht mit Schließung des Grobblechwerks in Duisburg-Hüttenheim, sollte bis Ende Juni kein Käufer für das Werk gefunden werden. 300 ArbeiterInnen legten daraufhin spontan die Arbeit nieder und bestreikten die Spätschicht.

Seit Jahren steckt der ehemals Weltmarkt-führende deutsche Stahlkonzern Thyssen-Krupp in einer tiefen Krise. Nach zahlreichen Werksschließungen und einer Zerschlagung der ehemaligen Konzernstruktur steht das Unternehmen vor weiteren Massenentlassungen.

Mehrere tausend MitarbeiterInnen sollen hier in den nächsten Jahren ihre Jobs verlieren. Von den Einschnitten sind so gut wie alle Bereiche des Konzerns betroffen. 2.800 Stellen sollen im Stahlbereich abgebaut werden, konzernweit werden es mindestens 6.000 sein. Auch in der Essener Konzernzentrale soll die Hälfte aller Stellen gestrichen werden, so dass von den 800 aktuell hier Angestellten nur rund 400 übrig bleiben werden.

Stahlwerk in Duisburg vor dem Aus

Seit Monaten bangen die ArbeiterInnen des Grobblechwerks in Duisburg-Hüttenheim um ihre Jobs. Dass trotz positiver Entwicklung das Werk nicht konkurrenzfähig ist, wissen sie. Thyssen-Krupp habe hier seit vielen Jahren kaum Geld in neue Technologien und Maschinen investiert, so der Vorwurf der Belegschaft.

Am Donnerstagabend teilte der Personalvorstand Oliver Burkhard dann den VertreterInnen von IG Metall und Betriebsrat mit, dass das Werk endgültig geschlossen werden müsse, sollte bis Ende Juni nicht doch ein Käufer gefunden werden. Rund 800 Arbeitsplätze hängen an dem Duisburger Werk.

Als Reaktion auf die Nachricht legten gestern Abend spontan rund 300 ArbeiterInnen ihre Arbeit nieder. In den nächsten Tagen wollen Betriebsrat und IG Metall weitere Protestaktionen gegen die drohende Schließung planen. Kampflos wolle man den Standort nicht aufgeben, so die Gewerkschaft.