Seit Wochen trommelt die Autoindustrie für Kaufprämien – nun will die CDU deren Wünsche offenbar umsetzten. So soll das Bundeswirtschaftsministerium die Einführung eines staatlichen Zuschusses für Käufer von Neu-Autos planen. Die Prämie solle zwar nach Schadstoffaustausch gestaffelt sein. Dennoch könnten wohl auch emissionsstarke Modelle von der Prämie profitieren.

Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf Regierungsvertreter. Demnach sei geplant, innerhalb des Konjunkturpakets der Bundesregierung bis zum Ende des Jahres die Autoverkäufe wieder zu steigern.

Ein entsprechendes Konzept solle demnach am Dienstag im Koalitionsausschuss vorgelegt werden. Dieses sieht eine Förderung der Verkäufe von Elektro-, aber auch von Diesel- und Benzinautos vor. Wagen, die mehr als 77.350 Euro kosten, sind von der Prämie ausgeschlossen.

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Die Förderung solle jedoch gestaffelt sein, wobei es je nach Emission des Autos einen Aufschlag auf eine Basisprämie geben soll.

Für die sogenannte „Effizienzklasse B“, in die etwa 75 Prozent der Neuwagen fallen, sind demnach 2.500 Euro vorgesehen, für die „Effizienzklasse A“ ein Aufschlag von 500 Euro. Für Plug-In-Hybride soll es einen Aufschlag von 750 Euro, für reine E-Autos einen von 1.500 Euro geben.

Kaufprämien sind sowohl in der Politik als auch in der Ökonomie ein umstrittenes Mittel.

Die CDU ist wohl geschlossen für diesen Plan, während es beim Koalitionspartner SPD Gegenwind gibt. So sprach sich deren Parteivorsitzender Norbert Walter-Borjans gegen jegliche Art von Kaufprämie für Verbrenner aus.

In der Union hingegen wird die Bedeutung der Autoindustrie für die deutsche Wirtschaft betont. So sprach sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit Blick auf die vielen tausend Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern bereits am Sonntag für eine Kaufprämie aus.


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