Schweden hat seine militärische Bereitschaft in der Ostsee erhöht. Der Schritt sei die Reaktion auf verstärkte Aktivitäten Russlands und der NATO-Staaten in der Region. Insbesondere beobachte das Land die Lage in Belarus sehr genau.  

Südchinesisches Meer, Ägäis – und nun auch die Ostsee: In den letzten Wochen und Monaten haben eine Reihe von Staaten ihre militärischen Aktivitäten in bestimmten Meeresregionen verstärkt. Auch Schweden erhöhte nun seine militärische Bereitschaft im Bereich der Insel Gotland. Gotland ist die größte Insel des Landes und liegt relativ zentral zwischen dem schwedischen Festland und dem Baltikum auf der Höhe von Lettland. Diese Lage macht die Insel strategisch sehr bedeutsam.

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Wie tagesschau.de berichtet, lässt Schweden nun vier Korvetten vor der Küste der Insel kreuzen. Zudem hat das Land Schützenpanzer und Militär-Jeeps geschickt und führt eine verstärkte Überwachung des Luftraums durch. Grund hierfür sei eine „erhöhte Übungsaktivität der Russen“ in der vergangenen Woche. Zudem habe man eine „verstärkte Präsenz von Streitkräften anderer Länder“ verzeichnet, zitiert die Seite den Einsatzchef für die Bereitschaftskräfte im Ostseeraum, Jan Thörnqvist: „Wir wissen von Übungen rund um die russische Exklave Kaliningrad sowie von verstärkten Militäreinsätzen im Westen von Belarus.“ Unter anderem hat der russische Präsident Putin Elitesoldaten dorthin geschickt. Parallel dazu haben NATO-Einheiten aus verschiedenen Ländern ihre Aktivitäten längs der norwegischen Küste sowie im Ostseeraum erhöht. Im Gegensatz zu Norwegen ist Schweden kein NATO-Mitglied.

Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist erklärte mit Blick auf die Situation in Belarus, die Sicherheitslage habe sich mit der Zeit verschlechtert. Schweden beobachte sehr genau, was dort passiere. Das Entsenden von Verstärkung nach Gotland sei laut einem Kommandeur des dortigen Regiments P18 „im Gegensatz zu Übungen schon eine Art ‚scharfer Einsatz‘“. Er wolle aber betonen, dass das Kriegsrisiko „sehr gering“ sei.

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