Das Verhandlungspapier der Ampel-Koalition sieht einen Mindestlohn von 12 Euro brutto vor, eine pauschale Anhebung des Rentenalters jedoch nicht. Sofort schlägt Arbeitgeberpräsident Dulger Alarm: Von einer neuen Koalition erwarte das Kapital mehr.

Ampel-Papier: Stellen wir uns auf Politik im Interesse der Banken und Konzerne ein

„Dass dieses neue Ampel-Bündnis die Mindestlohnkommission aushebeln will, ist indiskutabel“, schimpft Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. In der Mindestlohnkomission steuern drei Vertreter:innen der „Arbeitgeber“ und drei Vertreter:innen aus Gewerkschaften die Entwicklung des Mindestlohns.

Denn Dulger stellt fest: Ein Mindestlohn von 12 Euro würde in 190 Tarifverträge eingreifen und mehr als 570 ausgehandelte Lohngruppen „überflüssig machen“. Mit anderen Worten: Mehr als 190 Traifverträge regeln derzeit Löhne, die unter einem möglichen Mindestlohn von 12 Euro liegen. Und als Arbeitgeberpräsident hat Dulger ein Interesse daran, dass diese Löhne auch weiterhin so niedrig bleiben.

Wer Vollzeit für den Mindestlohn arbeitet, könnte dann gut 2.000 Euro brutto erhalten. Je nach Steuerklasse bewegen sich Beschäftigte selbst dann noch nah an der Grenze zur relativen Armut.

Auch in Bezug auf das Renteneintrittsalter fordert Dulger härtere Angriffe auf die arbeitende Bevölkerung: „Mit einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren kommen wir nicht hin“ mahnt der 57-jährige Multimillionär Dulger. Wenn man erwarten könne, dass Menschen länger leben, so sollten sie auch „dynamisch“ in die Rente eintreten.

Kapital-Vertreter Dulger: Dieser Mann tut alles, um zur neuen Hassfigur der Arbeiter:innen zu werden


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