Nach mehreren ganztägigen Warnstreiks wurde eine Ost-West-Angleichung im Tarifvertrag zwischen IG Metall und Porsche festgehalten. Nun soll schrittweise bis 2025 die Wochenarbeitszeit im Leipziger Porsche-Werk auf westdeutsches Niveau gesenkt werden.

Die Belegschaft des Porsche-Werks in Leipzig hatte gleich vier Warnstreiks durchgeführt. Zuletzt standen die Bänder am 6. Mai für 24 Stunden still. Nun konnte die durch die IG Metall vertretene Belegschaft ihre Forderung bezüglich der Angleichung durchsetzen:

In zwei Schritten wird die Arbeitszeit von den bisher 38 Stunden auf die in den westdeutschen Werken üblichen 35 Stunden gesenkt. Bei vollem Lohnausgleich wird die Arbeitszeit ab dem 1. Januar 2022 auf 36,5 Stunden, ab dem 1. Januar 2025 auf 35 Stunden gesenkt.

Diese sogenannte „Angleichung“ – nämlich der Arbeitsbedingungen in Ost- und Westdeutschland – ist seit Juli 2021 tariflich geregelt. Sie ist ein Schritt in einer Zukunftsvereinbarung, die die Belegschaft darüber hinaus auch bis 2030 vor betriebsbedingten Kündigungen schützt.

Branchenübergreifende Entwicklung

Damit haben die Porsche-Arbeiter:innen einen Schritt erkämpft, der einer allgemeinen Entwicklung entgegenwirkt: die Arbeiter:innen in ostdeutschen Bundesländern arbeiten nämlich durchschnittlich rund 56 Stunden mehr im Jahr. Trotzdem sind ihre Verdienste um durchschnittlich 5.000 Euro geringer.


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