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Donnerstag, Februar 22, 2024
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    Zwingt die anhaltende Schweinepest die Schweinehaltung in die Knie?

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    Mit hoher Wahrscheinlichkeit droht vielen ostdeutschen Schweinemastbetrieben das Aus. Schuld daran ist vor allem die Afrikanische Schweinepest (ASP), die im September 2020 erstmals im Landkreis Spree-Neiße in Deutschland nachgewiesen werden konnte.

    Während das Corona-Virus die Welt in Atem hält, hat sich auch die Afrikanische Schweinepest in Europa weiterverbreitet. Das seit 2007 in Europa grassierende Virus wurde mit einem Transportschiff von Afrika nach Georgien gebracht. Danach erreichte es Osteuropa und dringt nun immer weiter Richtung Deutschland vor. Seit ein paar Monaten stagniert die Wanderung des Virus gen Westen.

    Doch waren beispielsweise im vom Virus betroffenen Teil Ostsachsens bereits 20 Prozent der geschossenen oder tot aufgefundenen Wildschweine mit dem Virus infiziert. In Zahlen sind das 700 Schweine im vergangenen Jahr. In Mastbetriebe sei das Virus jedoch noch nicht eingedrungen.

    Durch kilometerlange Maschendrahtzäune quer durch die Wälder Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsens konnte sich das Virus nicht weiterverbreiten. Zusätzlich wurden beispielsweise Desinfektionsschleusen erreichtet. Diese Schleusen dienen dazu, Unternehmen in der kritischen Infrastruktur zur permanenten Desinfektion zu drängen. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Strafen für die Unternehmen.

    Sächsische Schweinemast am Existenzminimum

    Die nun seit 2020 in Ostdeutschland grassierende Afrikanische Schweinepest hinterlässt auch ihre ersten Spuren in der Wirtschaft. Die sächsischen Zuchtbetriebe sind bisher noch nicht betroffen und konnten somit ihren Bestand halten. Allerdings sind die Produktionsstätten in den Landkreisen Bautzen und Görlitz akut gefährdet, wie der MDR berichtet. Es ist anzunehmen, dass es den Betrieben in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ähnlich ergeht.

    Überproduktionskrise in der Schweinemast

    Die Produktionsstätten in Sachsen melden, dass die Exporte nach Asien sehr stark eingebrochen sind. Gründe sehen sie dabei in einem Vertrauensverlust in die Qualität des Fleisches. Derzeit bekommen sie 50 Cent statt 1,20 Euro pro Kilogramm (Anfang 2020 lag der Kilopreis sogar noch bei gut 2 Euro). Auf das gesamte Tier gerechnet ist das ein Minus von 100 Euro. Auch die derzeitigen Zuschüsse von 20.000 Euro pro Betrieb können auf Dauer nicht helfen. Mit den Schutzmaßnahmen vor der Afrikanischen Schweinepest und den Zuschüssen an die landwirtschaftlichen Betriebe sind nach Meinung einiger Schweinezüchter:innen nun alle Möglichkeiten erschöpft.

    In der Konsequenz werden auch mehr Menschen, die in der Branche beschäftigt waren, wohl bald um ihren Job bangen müssen.

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