Ein Jobcenter hatte ein zinsloses Darlehen verweigert, um die Kosten für einen Ersatzkühlschrank zu stemmen – es sei draußen kalt genug, um Lebensmittel auf dem Balkon zu lagern. Die Betroffene hat diese Schikane mit der Organisation “Sanktionsfrei” öffentlich gemacht und hatte damit Erfolg.

Jobcenter verweigert neuen Kühlschrank, weil es draußen kalt ist

Wenige Tage, nachdem “Sanktionsfrei” den Brief des Jobcenters veröffentlicht hatte, reagierte dasselbe. Mit dem Einverständnis der Beteiligten nahm die Geschäftsführung Kontakt mit der Betroffenen auf. Einen Kühlschrank hatte diese sich zu dem Zeitpunkt schon organisiert, eine Sachspende.

So konnte sie das nachträgliche Angebot des Jobcenters, die Beschaffung eines Kühlschranks zu übernehmen, ausschlagen. Stattdessen kam das Jobcenter mit einer sofortigen Auszahlung für bereits verdorbene Lebensmittel auf.

Die Behörde gesteht ein Fehlverhalten ein und kündigt an, Maßnahmen zu treffen, damit die “Kund:innen” des Jobcenters solche Situationen zukünftig nicht mehr erleben müssen. Genau darin sieht Helena Steinhaus, Initiatorin von “Sanktionsfrei”, ein Risiko:

“Das ist erst mal gut, dennoch ist das Riesenproblem, dass die Dunkelziffer solcher “Fehler” unschätzbar ist und die “Kund*innen” immer am kürzeren Hebel sitzen. Solange #HartzIV nicht überwunden ist, müssen wir mit derartigem Machtmissbrauch rechnen. Jobcenter, we are watching you!”


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