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Donnerstag, Februar 22, 2024
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    EU-Beschäftigte sollen 8,5 Prozent mehr Lohn erhalten

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    Die Preise steigen weiter, die Lohnentwicklung kommt dem nicht einmal im Ansatz hinterher. Die Forderung, Löhne an die Preisentwicklung zu koppeln, schmettern Politiker:innen als sozialistischen Unsinn ab. Für Beschäftigte der ganz und gar nicht sozialistischen Europäischen Union ist das allerdings Realität: 60.000 Beschäftigte sollen ein Lohnplus von 8.5 Prozent erhalten.

    Die Löhne der rund 60.000 Beschäftigten der EU orientieren sich an der Inflation in Belgien und Luxemburg. Unter Berufung auf einen EU-Diplomaten berichtet das Handelsblatt, dass die nun anstehende Steigerung der Löhne um rund 8,5 Prozent derzeit für Ärger unter den Mitgliedsstaaten sorge. Die Gehälter werden nämlich aus öffentlichen Mitteln der Mitgliedsstaaten finanziert und einmal jährlich an das aktuelle Preisniveau angepasst.

    Unter den enormen Belastungen der aktuellen Preiskrise, insbesondere für Energieträger, leiden aber nicht zuerst EU-Beschäftigte, sondern alle Bürger:innen in der EU. Die Gehälter der meisten steigen jedoch nicht, in Deutschland gibt es fast wöchentlich Nachrichten zu Tarifabschlüssen, bei denen die Gewerkschaften letztlich Reallohnsenkungen vereinbart haben.

    Noch steht die genaue Prozentzahl, um welche die Löhne angepasst werden sollen, nicht fest. Konkrete Zahlen soll es erst gegen Ende des Jahres geben. Markus Ferber (CSU) kritisierte die geplante Erhöhung: “Die EU sollte ein Vorbild sein bei der Lohnzurückhaltung, um die Inflation nicht noch weiter anzuheizen.”

    Erst kürzlich hatte die EU die Gehälter rückwirkend zum Jahresbeginn um 2,4 Prozent angehoben. Neben Konflikten innerhalb der EU-Organe führt das aktuell auch zu einem Personalabbau innerhalb dieser Institutionen. Da sie nicht im selben Maße über steigende Haushalte verfügen, müssen die Lücken im Budget über unbesetzte Stellen ausgeglichen werden. So werden die Arbeitsbedingungen bei den nicht-verbeamteten Beschäftigten der EU immer prekärer, und unterbezahlte Vertragsbedienstete machen einen immer größeren Teil der Beschäftigten aus.

    Die Preise steigen – also müssen auch die Löhne steigen!

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