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Sonntag, Mai 19, 2024
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    Erst Arzach, nun Armenien? – USA warnen vor möglicher Invasion durch Aserbaidschan

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    Vor drei Wochen hat Aserbaidschan die Region Bergkarabach (“Arzach”) in einem Blitzkrieg erobert. Zudem erklärte es, das Gebiet annektieren zu wollen. Nun scheint die nächste Eskalation anzustehen: Aserbaidschan erhebt jetzt auch Gebietsansprüche in armenischen Staatsgebiet. Es wolle einen Korridor in die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan errichten, um ein “pantürkisches Gebiet” zu schaffen – ob Armenien das “wolle oder nicht”.

    Wie US-Außeniminster Anthony Blinken laut dem Magazin Politico in einem Anruf mit anonymen Gesetzgebern verlauten ließ, sorge er sich darum, dass Aserbaidschan jetzt auch Armenien angreifen könnte. Die Bergkarabach-Region gehörte lange zu Aserbaidschan, war aber seit dem Karabach-Krieg in den 90ern von Armenien besetzt. Die Region ist schon lange größtenteils von Armeniern bewohnt.

    2020 flammte der Konflikt erneut auf und obwohl ein Waffenstillstand vereinbart wurde, kam es immer wieder zu Zusammenstößen. Im September 2023 startete Aserbaidschan eine erneute Offensive, was es als „Anti-Terror“-Maßnahme rechtfertigte. Die armenische Seite kapitulierte wenig später, nachdem russische Diplomaten dazu rieten. 100.000 armenische Zvilist:innen mussten aus Berg-Karabach fliehen aus Angst um einen Genozid. Aserbaidschan hatte zuvor für neun Monate die Versorgung von Berg-Karabach blockiert und die Bevölkerung ausgehungert.

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    Aserbaidschan möchte Sangesur-Korridor erobern

    Aserbaidschans Präsident Alijew hat nun von Armenien verlangt, einen Korridor in die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan (Aserbaidschanisch: Sangesur) freizugeben. Das würde durch armenisches Staatsgebiet gehen und außerdem am Iran entlang führen. Alijew meinte, dass sie den Sangesur-Korridor errichten werden, ob Armenien das so wolle oder nicht.

    Ziel dahinter ist die Verbindung von Aserbaischan in die Türkei zur Erschaffung eines “pantürkischen” Gebiets. Als er Erdogan am 27. Oktober 2021 in Zangelan empfing, sagte Alijew, dass “der Korridor, der hier verlaufen wird, die gesamte türkische Welt vereinen wird”.

    US-Außenminister Blinken formulierte derweil in einer Erklärung vom 20. September, dass er „äußert besorgt über Aserbaidschans militärische Handlungen sei“. In dem Anruf meinte Blinken außerdem, dass eine Verzichtserklärung der USA nicht verlängert werden würde. Diese bestand seit 2002 und erlaubte den USA bisher, Aserbaidschan Hilfe zu zusichern. Im Juni ist sie ausgelaufen und wurde nicht wieder verlängert.

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