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Donnerstag, Februar 22, 2024
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    Mutmaßlich rassistischer Brandanschlag in Hessen

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    Am Montag brannte ein Haus in Wächtersbach bei Frankfurt am Main. Im Gebäude der migrantischen Bewohner:innen wurden rassistische Schmierereien an den Wänden gefunden.

    In der Nacht von Sonntag auf Montag brannte es in Wächtersbach in einem Einfamilienhaus. Als die Feuerwehr die Löschung beendete, fand sie an einigen Wänden innerhalb der Ruine rassistische Parolen wie „Ausländer raus“.

    Rassistischer Anschlag?

    Die pakistanische Familie aus dem Wohnhaus war zum Zeitpunkt des Feuers nicht zuhause. Ob der:die Täter:in die Familie auch direkt körperlich angreifen wollte, ist unklar. Dass solche Parolen im noch brennenden Haus gefunden wurden, legt aber nahe, dass es ein gezielter Angriff war. Das LKA ermittelt weiter.

    Die Stadt reagierte mit einer Pressemitteilung, in der sie davon schrieb, dass „die Familie seit vielen Jahren integriert in Wittgenborn“ wohne. Zu Recht sind Freund:innen und Bekannte der Familie über die Wortwahl empört: „Macht es denn einen Unterschied, ob die Opfer von rassistisch motivierten Brandanschlägen integriert sind oder nicht?“.

    Brandanschläge: nichts Neues

    Rassistische Brandanschläge sind in der BRD keine Neuheit. Anschläge auf Wohnhäuser oder direkt auf Sammelunterkünfte haben eine lange Geschichte. Erst letztes Jahr im September versuchten Faschist:innen, ein Geflüchtetenheim in Leipzig-Grünau anzuzünden. Das Ganze war in eine ganze Reihe von Anschlägen in Grünau einzuordnen, die vermutlich als faschistische ‘Jubiläumsaktion’ angedacht war. Denn auch in diesem Ort schreiben Brandanschläge erschreckende Geschichte und jährten sich 2022 zum 29. Mal.

    Zu beobachten sind steigende Zahlen von rassistischen Angriffen und faschistischen Terror immer zu den Zeiten, in denen die Hetze und die Angriffe durch Staat und Medien zunehmen: 2015 brannte jeden dritten Tag eine Geflüchtetenunterkunft – parallel wurden 2015 und 2016 auch die “Asylpakete” verabschiedet, die massive Angriffe auf die Rechte von Geflüchteten bedeuteten. Gleichzeitig glänzte damals eine neue faschistische Partei mit ihrer Hetze gegen Migrant:innen: die AfD.

    Heute: Weiter steigende Angriffe

    Auch heute sind wieder steigende Zahlen von rassistischen Angriffen zu beobachten: In den ersten 9 Monaten des Jahres 2023 gab es schon mehr Attacken gegen Geflüchtete als 2022 insgesamt. Und schon die Zahlen von 2022 waren gegenüber dem Jahr  2021 gestiegen.

    Und wieder läuft gleichzeitig in Deutschland ein gigantischer Angriff auf die Rechte von Geflüchteten: Mit den beiden Migrationspaketen und der GEAS-Reform der EU werden Asylbewerber:innen in prekäre finanzielle Situationen gezwungen, sie werden offener kriminalisiert und schneller und öfter abgeschoben.

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