MieterInnenprotest gegen katholische Kirche in Berlin und Köln

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„Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesesellschaft“ in der Kritik

In Köln haben gestern dutzende MieterInnen vor der Geschäftsstelle der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) und dem Wohnsitz des Kölner Kardinals Woelki demonstriert. Aufgerufen hatten unter anderem das Bündnis „Recht auf Stadt“ und das „Solidaritätsnetzwerk“ Köln.

Der Protest startete am Sitz der ASW, welche die größte von 51 katholischen Siedlungsgesellschaften ist. Sie besitzt rund 24.300 Wohnungen und rund 2.300 Gewerbeeinheiten. Eine dieser Wohnungen liegt in der Großbeerenstraße 17a in Kreuzberg und steht trotz Wohnungsnot in Berlin seit rund vier Jahren leer. Am 8. September wurde sie besetzt. Die DemonstrantInnen forderten nun das Immobilienunternehmen auf, auf die BesetzerInnen zuzugehen und den Wohnraum der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Doch auch in Köln selbst regt sich Protest gegen die Gesellschaft. So beteiligten sich auch MieterInnen der Stegerwaldsiedlung, die im Zuge eines EU-Projekts massiv umgebaut wird. Damit einher gehen massiver Baulärm und Verschlechterung der Lebensbedingungen sowie eine Mieterhöhung um 30%. Die Siedlung umfasst mehrere tausend BewohnerInnen und wird von der DEWOG, einem Tochter-unternehmen der AWG verwaltet. Mit Kündigungen geht diese nun gegen MieterInnen wie Rowitha Müller vor, die gegen die Zustände protestieren.

Da 40% des Grundkapitals der ASW dem Erzbistum Köln gehören, zog der Protestzug anschließend auch zum Wohnsitz des Erzbischofs von Köln, Rainer Maria Woelki. Seine Wohnung umfasst 160qm und ein 120qm Schwimmbad. Da Kardinal Woelki vor Ort nicht öffnete, hielten die DemonstrantInnen eine kurze Kundgebung vor seiner Wohnung ab.