Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die rechtsterroristische Organisation „Combat 18“ (Kampfgruppe Adolf Hitler) verboten. Dabei handelt es sich um den bewaffneten Arm von „Blood and Honour“. Diese Organisation wurde schon vor 20 Jahren verboten. Danach wurde Combat 18 von einem Geheimdienst-Spitzel weitergeführt.

Am heutigen Mittwoch hat der Innenminister des Bundes, Horst Seehofer (CSU), die faschistische Organisation „Combat 18“ verboten.  Schon im Juni vergangenen Jahres war dies angekündigt, aber nicht umgesetzt worden. Erst jetzt kam es zu Hausdurchsuchungen in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und den drei weiteren Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Damit gab es genug Zeit, Strafbares beiseite zu schaffen.

Bei „Combat 18“ handelt es sich um den bewaffneten Arm der Organisation „Blood and Honour“, die schon vor 20 Jahren verboten wurde – ihre militärische Abteilung aber nicht.

Deren weitere Existenz – und damit auch die von „Blood and Honour“ – wurde auch nach dem Verbot unter anderem durch Stephan L. alias „Pinocchio“ gewahrt. Dieser war schon 1997 als V-Mann unter dem Decknamen „NIAS“ vom deutschen Inlandsgeheimdienst, dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) angeworben worden. Er wurde auch nach dem Verbot weiter als Spitzel bezahlt – mindestens bis 2010.

Bei mehreren rechtsterroristischen Morden der letzten Jahre gibt es Verbindungen zu „Combat 18“, was entschlüsselt soviel bedeutet wie „Kampfgruppe Adolf Hitler“ (die Initialen A und H sind im Alphabet der 1. und 8. Buchstabe), bzw. zu „Blood and Honour“.

So zählte das LKA Thüringen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) im Jahr 1999 zum „harten Kern der „Blood and Honour“-Bewegung in Jena“. Dem NSU werden neun rassistische Morde zugerechnet. Auch bei den mutmaßlichen Mördern von Walther Lübcke gibt es Verbindungen zu Combat 18 wie auch zum NSU. Im Zentrum steht dabei ein Agent des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“.


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