Die Bewegung der Gelbwesten war an diesem Samstag in zahlreichen französischen Städten wieder auf den Straßen. Trotz einer gelockerten Ausgangssperre gilt im ganzen Land noch immer ein weitreichendes Versammlungsverbot. In einigen Städten kam es zu Polizeiübergriffen und Festnahmen.

Der Kampf um Frankreichs Straßen kommt langsam wieder in Bewegung. Am ersten Wochenende nach der Lockerung einer landesweiten Ausgangssperre demonstrierte die Bewegung der Gelbwesten in zahlreichen Städten des Landes, unter anderem in Paris, Lyon, Marseille, Montpellier, Straßburg und Toulouse. Nach Angaben der französischen Behörden, die in der Zeitung Le Parisien wiedergegeben sind, reichten die Teilnehmerzahlen von einigen zehn in Toulouse, Nantes und Bordeaux bis hin zu mehreren hundert in Montpellier und Lyon.

Damit setzten sich die Gelbwesten im ganzen Land über ein Versammlungsverbot für mehr als 10 Personen hinweg. Innenminister Castaner hatte für diesen Fall zuvor „Sanktionen“ angekündigt. Die Versammlungen waren überall von großen Polizeiaufgeboten begleitet. In Paris wurden mehrere DemonstrantInnen festgenommen. In Montpellier kam es zu Verletzten, als die Polizei die dortige Kundgebung einkesselte und mit Schlagstöcken attackierte. Hier gab es sieben Festnahmen. In Toulouse wiederum hatten Geschäftsleute zu einer Gegendemo aufgerufen.

Le Parisien beschreibtt die Stimmung der DemonstrantInnen als kämpferisch: „Die Repression ist immer da, aber wir auch. Mit uns wird man in den nächsten Wochen rechnen müssen.“, so ein 52-jähriger Aktivist aus Lyon.

Ein Jahr Gelbwesten in Frankreich


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.