März diesen Jahres wurde bekannt, dass Mitglieder einer Dresdner Polizei-Spezialeinheit im Jahr 2018 14.500 Schuss Munition für ein privates Schießtraining gestohlen haben. Aufgrund einer Nachfrage im Sächsischen Innenausschuss wurde nun ein Bericht vorgelegt, in dem von weiteren 2.500 fehlenden Patronen die Rede ist.

Nachdem im Frühjahr gegen 17 Polizeibeamt:innen Ermittlungen eingeleitet wurden, wurde die Einheit MEK (Mobiles Einsatzkommando) des LKA Sachsens aufgelöst. Danach wurde der Prüfbericht von der ermittelnden Kommission vorgelegt und im Landtag thematisiert. Aufgrund von Nachfragen legte der Landespolizeipräsident noch einmal Details einer Inventur dar, in der nun die Zahl der gestohlenen Patronen mit etwa 17.000 beziffert wird.

Ebenso wird darin erklärt, dass keine „lückenlose Überprüfung“ der Munitionsbestände möglich gewesen sei, da diese nicht vollständig dokumentiert seien. Da die ehemals verantwortlichen Personen im laufenden Verfahren beschuldigt seien, hätten sie nicht befragt werden können. Zu ihnen zählen der damalige Leiter und die drei Schießtrainer der Einheit.

Laut Prüfkommission gäbe es angeblich keine Belege für die Verbindung der Polizist:innen zu rechten Terrornetzwerken. Sie hätten die Munition aus „privaten Motiven“ entwendet. Angesichts der wiederholten Offenlegung von Faschist:innen in Bundeswehr und Polizei, von Waffen- und Munitionsdiebstählen und verdeckten faschistischen Organisationen erscheint dies jedoch weiterhin als Möglichkeit.

Rechte Netzwerke: „Neustart“ fürs Frankfurter SEK

 

 


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.