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Sonntag, Mai 26, 2024
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    Die Rente soll um deutlich über 5,35% steigen und wird trotzdem nicht mehr

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    Die jährliche Rentenanpassung fällt dieses Jahr höher aus, als viele Renter:innen wohl zu hoffen gewagt hatten. Ab 1. Juli soll es 5,35% mehr im Westen und 6,12% mehr im Osten geben. Aber selbst das reicht vermutlich nicht, um die massive Teuerung auszugleichen.

    Die Höhe der Rente wird in Deutschland jährlich nach einer recht komplizierten Formel angepasst. Ein wichtiger Faktor sind dabei die Einnahmen in der Rentenkasse, die wiederum davon abhängen, wie viele Menschen sozialversicherungspflichtige Jobs haben und wie gut sie bezahlt werden.

    Nach dieser Formel gab es im letzten Jahr überhaupt keine Rentensteigerung, im Anbetracht der erheblichen Teuerung also faktisch eine Rentensenkung. Wenig spricht dafür, dass diese Situation in diesem Jahr deutlich besser wird trotz einer Anhebung, die auf dem Papier zunächst üppig aussieht.

    Regierung beschließt Renten-Nullrunde, während die Preise steigen

    So lag die Inflationsrate im Februar bei 5,1%, Experten gehen jedoch davon aus, dass diese Entwicklung noch viel extremere Ausmaße annehmen wird: Einzelne Schätzungen prognostizieren bereits Inflationsraten von bis zu 10% für dieses Jahr.

    Vermutlich also wird die Inflationsrate bis zum 1. Juli noch über den nun anvisierten Wert der Rentensteigerung anwachsen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflationsrate ein Durchschnittswert ist.

    Bestimmte Produkte wie Lebensmittel und Energie, die für Rentner:innen mit einem oftmals ohnehin geringen Einkommen natürlich wichtiger sind als die Preisentwicklung von z. B. Kinobesuchen, erfahren Preissteigerungen in einem deutlich extremeren Ausmaß.

    Alarmierend sollte auch sein, dass Arbeitsminister Hubertus Heil bereits vielsagend ankündigte, die Rente dürfe in ihrer Entwicklung nicht von den Löhnen abgekoppelt werden. Was er damit meint, ist recht offensichtlich: Die Löhne steigen nämlich bei weitem nicht so stark wie die Teuerung der wichtigsten Lebensmittel und bleiben auch hinter der offiziellen Inflationsrate in fast allen Branchen weit zurück.

    Die Preise steigen – also müssen auch die Löhne steigen!

    Den Arbeiter:innen gegenüber wird dies damit begründet, man mache alles nur noch schlimmer, wenn man jetzt auf einem Inflationsausgleich bestehe. Heils Aussage lässt sich eigentlich nur in einer Art und Weise interpretieren: Auch Renter:innen sollen zukünftig “den Gürtel enger schnallen.”

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