Am Dienstag hat das Bundeskabinett für 2021 eine Nullrunde für die Renten in den westdeutschen Bundesländern beschlossen. Gleichzeitig steigen die Preise für uns Verbraucher:innen.

Bereits im März hatte Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) diesen Schritt angekündigt. Nun wurde er von der Bundesregierung per Verordnung durchgesetzt: Die Renten werden in diesem Jahr nicht wie gewohnt erhöht, sondern bleiben im Westen zumindest zahlenmäßig auf dem gleichen Niveau. In Ostdeutschland, wo die Menschen im Schnitt weniger verdienen, wird die Rente in diesem Jahr um lediglich 0,72 Prozent steigen. Für eine:n durchschnittliche:n Rentner:in in Mecklenburg-Vorpommern wären das etwas mehr als sieben Euro zusätzlich im Monat.

Der Grund: Die jährliche Anpassung des Rentensatzes erfolgt unter anderem auf Grundlage der Lohnentwicklung. Und die ist in Zeiten einer Wirtschaftskrise denkbar schlecht. In Westdeutschland lag sie sogar mit -2,34 Prozent im negativen Bereich. Eine Rentenkürzung ist in Deutschland nicht erlaubt – es gilt die „gesetzliche Rentengarantie“. Deshalb gibt es auch in diesem Jahr keine Kürzung der Rente. Jedoch werden die negativen Lohnentwicklungen normalerweise mit etwaigen Steigerungen der Rente verrechnet. Dieser sogenannte „Nachholfaktor“ ist allerdings noch bis 2025 ausgesetzt. Trotzdem bleiben die Befürchtungen, dass die Rente im nächsten Jahr auf dem selben Niveau verharren könnte.

Schaut man sich die Preisentwicklungen der letzten Monate an, wird außerdem klar, dass es sich faktisch um Rentenkürzungen handelt. So sind die Lebensmittel im letzten Monat 1,6 Prozent teurer gewesen als im Vorjahresmonat. Die allgemeine Inflationsrate liegt in Deutschland aktuell sogar bei 2 Prozent. Vor allem Benzin- und Heizöl, aber auch alltägliche Lebensmittel wie Blumenkohl und Paprika, sind in den ersten drei Monaten des Jahres aufgrund von Ernteausfällen deutlich teurer geworden.


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