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Samstag, März 2, 2024
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    Sri Lanka und Indien: Proteste gegen Entsendung von Arbeiter:innen nach Israel

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    Nachdem Sri Lanka im November eine Vereinbarung mit Israel getroffen hat, 10.000 palästinensische Arbeiter:innen durch sri-lankische zu ersetzen, kommt es zu Protesten. Ähnliche Vorhaben waren auch in Indien bei Bevölkerung und Gewerkschaften auf Ablehnung gestoßen.

    In Sri Lanka protestieren Arbeiter:innnen gegen die Entscheidung der Regierung, tausende Arbeiter:innen nach Israel zu schicken. Seit Beginn des Kriegs in Palästina im Oktober hat Israel tausenden palästinensischen Arbeiter:innen ihre Arbeitserlaubnis entzogen und möchte die prekären Arbeitsplätze nun mit Arbeiter:innen aus Südasien, unter anderem Sri Lanka, füllen.

    Dafür wurde im November eine Vereinbarung zwischen Israel und der Botschaft Sri Lankas getroffen, ab sofort 10.000 Arbeiter:innen aus Sri Lanka in landwirtschaftlichen Betrieben und auf Baustellen in Israel einzustellen. Im Dezember ist zu diesem Zwecke bereits die erste Gruppe von Arbeiter:innen nach Israel ausgereist.

    Proteste in Sri Lanka in Solidarität mit Palästina

    Seit Oktober finden auch in Sri Lanka Proteste in Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung statt. Der andauernde Krieg in Gaza hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Gaza bis Montagabend 21.978 Menschen in Gaza getötet, 156 davon allein in den ersten 24 Stunden des neuen Jahres. Seit Ausbruch des Kriegs am 7. Oktober sind knapp 66% der Arbeitsplätze in Gaza verloren gegangen.

    Derzeit gibt es nur noch neun Krankenhäuser in Gaza, die noch Patient:innen behandeln können – jedoch ohne ausreichend Elektrizität oder medizinische Geräte. Auch in den besetzten Gebieten des Westjordanlands wurden seit Oktober zahlreiche Palästinenser:innen vom israelischen Militär getötet oder von israelischen Siedler:innen angegriffen.

    Hafenarbeiter:innen kündigen Streik gegen Waffenlieferungen an Israel an

    Das Übereinkommen Sri Lankas mit Israel hat Widerstand und Kritik unter den Arbeiter:innen in Sri Lanka hervorgerufen: „Je mehr Arbeiter wir als Ersatz für palästinensische Arbeiter schicken, desto mehr unterstützen wir die Vernichtung des palästinensischen Staates”, kritisierte Shreen Abdul Saroor, eine bekannte Menschenrechtsaktivistin, gegenüber Arab News.

    Indiens Gewerkschaften zeigen sich solidarisch mit der palästinensischen Bevölkerung

    Auch in Indien fanden ähnliche Proteste statt: Die indische Regierung erwog im November, 90.000 indische Arbeiter:innen nach Israel zu schicken, um palästinensische Bauarbeiter:innen zu ersetzen. Widerstand dagegen regte sich u.a. in den größten zehn indischen Gewerkschaften, die insgesamt etwa 100 Millionen Mitglieder haben.

    Sie kritisierten die Haltung ihrer Regierung und forderten sie auf, ihre Pläne aufzugeben. Tapan Kumar Sen, Generalsekretär des Centre of Indian Trade Unions, meinte gegenüber Arab News, dass die indische Arbeiter:innenklasse sich nicht an der völkermörderischen Initiative Israels beteiligen könne und dass der Marschbefehl an indische Bauarbeiter, auf israelischem Boden zu arbeiten, ein Teil dieses allgemeinen völkermörderischen Angriffs sei.

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