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Mittwoch, Mai 29, 2024
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    Heißer März und April – Klimawandel bricht Rekorde. Was können wir tun?

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    Die stetig voranschreitende Erderwärmung bricht erneut Rekorde. Dem heißesten Januar seit Aufzeichnungsbeginn folgt nun auch der März. Insbesondere die Meerestemperaturen seien „schockierend“. Eine Antwort auf den Klimawandel darf nicht mehr auf die Zukunft verschoben werden. – Ein Kommentar von Luis Tetteritzsch.

    Bereits dieser Januar war mit einer Durchschnittstemperatur von 13,14° Celsius der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Der März schließt sich nun mit durchschnittlich 14,14° Celsius seinen zehn vorausgegangenen Rekordbrechern an, denn zum zehnten Mal in Folge ist ein Monat im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten am wärmsten ausgefallen. Der März war damit 0,73° Celsius wärmer als die Märzmonat von 1991 bis 2020 und nochmal 0,10° heißer als der bisher wärmste März im Jahr 2016.

    Aber nicht nur die Lufttemperaturen bereiten den Expert:innen Sorgen. Insbesondere die Temperaturen an den Meeresoberflächen erreichten diesen März mit 21,07 Grad Celsius einen „schockierenden“ neuen Höchststand, so das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus.

    Zwar ist es schön, wenn dann endlich das trübe, dunkle, regnerische Wetter sein Ende nimmt und man sich über sonnige Spaziertage freuen kann – nur sind 30 Grad Celsius in der zweiten Aprilwoche alles andere als normal.

    Für eine klimagerechte Welt kämpfen

    Das Thema Klimawandel wird insbesondere in der Politik gerne auf die entfernte Zukunft geschoben, obwohl Expert:innen bereits seit Jahren vor den massiven Bedrohungen durch eine sich immer schneller erwärmende Erde warnen und das Ziel des Pariser Klimaabkommen von 2015, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, nach Ansicht von Wissenschaftler:innen bereits „faktisch gescheitert“ sei.

    Die Auswirkungen des Klimawandels liegen aber alles andere als in der fernen Zukunft, wir bekommen sie schon heute zu spüren: Ob es nun die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 war, die zahlreiche Gebäude und Brücken zerstörte und über 150 Menschen das Leben kostete, das Schmelzen der Gletscher in den Alpen, das durch Klimaschutzmaßnahmen gar nicht mehr aufzuhalten sei und das steigende Risiko von Hitzetoten: Der Klimawandel bedroht nicht nur unsere Zukunft, er bedroht bereits unser Leben im Hier und Jetzt.

    Wollen wir das Schlimmste durch den Klimawandel verhindern, dürfen wir jedoch nicht auf eine Regierung setzen, die überall den roten Stift ansetzt, wo Geld am dringendsten benötigt wird – während Milliardengeschenke an die Bundeswehr und die Kriegsindustrie gemacht werden. Dabei sind Kriege wissenschaftlichen Hochrechnungen zufolge weltweit für 5,5 Prozent aller Treibhausgas-Emmissionen verantwortlich.

    Und auch unabhängig davon macht es sich die deutsche Regierung zur Aufgabe, lieber die Profite der Großkonzerne abzusichern, und gibt ihnen massive Steuererleichterungen auf Strompreise in Höhe von 97% – während wir einfachen Verbraucher:innen schon damit zu kämpfen haben, die Nebenkostenabrechnungen überhaupt bezahlen zu können.

    Der Kapitalismus bietet uns keine Perspektive auf eine klimagerechte Welt. Solange der Profit an oberster Stelle steht, werden nicht nur wir in den Betrieben, sondern auch die Natur zugunsten des Profits ausgebeutet werden. Wollen wir also das Schlimmste verhindern, müssen wir den Kampf für eine klimagerechte Welt selbst in die Hand nehmen.

    • Seit 2023 Autor für Perspektive Online. Schreibt gerne über die Militarisierung des deutschen Imperialismus und dem Widerstand dagegen. Denn: "Der Hauptfeind steht im eigenen Land!"

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