Auto von Mieter-Aktivist direkt vor BND-Gebäude angezündet

Am vergangenen Freitag wurde das Privatauto des Berliner Mieter-Aktivsten Daniel Diekmann am helllichten Tage angezündet. Der Brandanschlag fand direkt vor der Agenten-Schule des Bundesnachrichtendienst (BND) statt. Diekmann ist Sprecher der „Nachbarschaftsinitiative Habersaathstrasse“, setzt sich für den Erhalt eines Wohnhauses mit 106 Wohneinheiten ein – und will sich nicht einschüchtern lassen.

Anschlag gegen 13 Uhr vor Agenten-Schule

Wie die Nachbarschaftsinitiative berichtet, war Diekmann gerade auf dem Weg zu einer Demonstration gegen „Mietwahnsinn“ in Berlin, als sein Volvo V70 gegen 13 Uhr angezündet wurde. Das Feuer griff auch auf die benachbarten Autos über.

Einen Tag zuvor hatte er für die Nachbarschaftsinitiative an einem alternativen Wohngipfel teilgenommen und wichtige Unterlagen in seinem Auto gelagert. Der Anschlag fand direkt gegenüber der Agenten-Schule des Auslandsgeheimdienstes „Bundesnachrichtendienst“ statt.

Habersaathstrasse 40-48 soll abgerissen werden

Daniel Diekmann ist seit 2006 für den Erhalt von sozialverträglichem Wohnraum in der Habersaathstraße, vor allem in dem ehemaligen Schwesternwohnheim der Charité (Liegenschaft Habersaathstraße 40-48), aktiv.

Die „Arcadia Estates Habersaathstrasse 40-48 GmbH“ ist seit Anfang 2018 neue Eigentümerin der Liegenschaft. Zuerst plante sie, in den Gebäuden eine Luxussanierung durchzuführen. Die 39 Quadratmeter-Wohnung von Diekmann zum Beispiel sollte von 299 Euro Warmmiete auf dann 546 Euro WM steigen. Doch da der Arcadia Estates diese Erträge nicht genügten, entschied sie sich kürzlich, das Gebäude ganz abzureißen. Dagegen organisieren die Nachbarschaftsinitiative Habersaathstraße und ihr Sprecher Dieckmann Widerstand.

„Ausziehen oder ihr werdet brennen“

Dies scheint nicht Jeder/m zu gefallen. So wurde laut Initiative einige Tage vor der Brandstiftung in den Staub auf die Windschutzscheibe des Autos von Daniel Diekmann geschmiert: „Ausziehen oder ihr werdet brennen“.

Auch berichtet die Initiative von Personen aus dem Türsteher-Milieu, die am 1. September bei der berlinweiten Mieter-Aktion „Laken raus Berlin – Wir bleiben wohnen“ die Laken aus den Fenstern im Treppenhaus der Habersaathstraße gerissen haben.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern“

Die Mieterinitiative will sich jedoch nicht einschüchtern lassen. So erklärte sie in einem Blog-Eintrag: „Es gibt ein Grundrecht auf Wohnen, nicht auf Rendite. Schluss mit dem Monopoly. Wir haben es satt, dass mit Häusern, Grund und Boden auf unsere Kosten in raubritterlicher Manier spekuliert wird und hohe Renditen gemacht werden. Es geht um unseren Kiez. Es geht um uns alle. Durch die oben aufgeführten Fakten und einschüchternden Ereignisse, die möglicherweise in keinerlei Zusammenhang stehen, wächst unsere Solidarität. Wir halten zusammen.“

[paypal_donation_button align=“left“]