Im US-Bundesstaat Kentucky befinden sich Minenarbeiter seit mehr als drei Wochen in einem Arbeitskampf, nachdem ihre Firma insolvent gegangen ist. Sie fordern die Auszahlung ihrer ausstehenden Löhne und neue Arbeitsplätze. Dafür haben sie Gleise einer Kohlebahn blockiert. Aus dem ganzen Land kommt Solidarität.

Vor rund drei Wochen ging die Firma BlackJewel insolvent. Mehr als 1.100 Bergleute in Kentucky, Wyoming, West Virginia und Virginia verloren ohne Vorwarnung ihre Jobs. Sie wurden nicht für ihre letzte Arbeitswoche bezahlt, und ihre Gehaltsschecks aus den letzten zwei Wochen gingen zurück.

Da erfuhren Bergleute in Kentucky, dass BlackJewel stillschweigend eine Zugladung Kohle im Wert von mindestens 1 Million US-Dollar aus der Mine Black Mountain noch verschiffen wollte – Kohle, die die Bergleute aus dem Boden geholt hatten. Kurzerhand nahmen sie die ihre Lage selbst in die Hand.

Kohlebahn blockiert

Am 29. Juni begannen drei Arbeiter die Gleise zum Abtransport zu blockieren. Daraufhin kehrte der Zug zurück. Dann schlugen die Bergleute auf den Gleisen in der Nähe ein Lager auf, um sicherzustellen, dass kein weiterer Zug durchkommen konnte. Seitdem sind sie dort.

Was als kleiner, spontaner Protest begann, hat sich inzwischen zu einer 24-Stunden-Zeltstadt entwickelt, in der Bergleute, ihre Familien, Gemeindemitglieder und AktivistenInnen aus der ganzen Region unter einem einfachen Motto organisiert sind: „Keine Bezahlung – wir bleiben.“

Große Solidarität aus dem ganzen Land

Die Blockade erreicht Solidarität aus ihrer Nachbarschaft und aus dem ganzen Land: „Unsere Gemeinde und unsere Nation haben uns enorme Unterstützung gezeigt, indem sie uns Dinge geschickt haben. Wir haben einen örtlichen ‚Pizza Hut‘, der uns Pizza bringt, Leute, die aus Chicago, Alabama, Atlanta, Texas anrufen und Bestellungen für uns aufgeben und sie uns liefern lassen“, so Jeff Willig, einer der Bergarbeiter gegenüber CBC.

„Unser lokales chinesisches Restaurant brachte uns Essen. Ein lokales mexikanisches Restaurant brachte uns Essen. CSX, der Eisenbahnbetreiber, der die Kohle lädt, hat uns voll und ganz unterstützt. … Es war einfach eine großartige Gesamterfahrung.“

Druck zeigt Wirkung

Derzeit versucht das insolvente Unternehmen BlackJewel, seine Vermögenswerte, einschließlich der Minen, zu verkaufen. Das Unternehmen versprach 450.000 US-Dollar zur Deckung des Lohnrückstands aller Bergleute, einschließlich derer, die nicht zur Arbeit zurückkehren, sowie weitere 550.000 US-Dollar aus erwarteten künftigen Lizenzgebühren.

Aber die Bergleute sagen, dass dies nur die Hälfte ihrer Aufwendungen decke. Auf die Frage, wann sie zusammenpacken und gehen werden, sagte Jeff Willig: „Sobald wir wieder an die Arbeit gehen oder bis wir unser Geld bekommen. Das war es im Grunde.“

Willig sieht den aktuellen Kampf in einem umfassenderen Sinne: „Wir haben dies nicht nur für unsere eigene Agenda getan, sondern für unsere Familien. Wir haben es für jeden Bergmann getan, der 20 bis 30 Jahre lang unter diesen Bergen war, 40 Jahre, ohne dass ihre Stimmen gehört und die ausgenutzt wurden.“