Frauen rufen am 8. März in Spanien zum Streik auf – ein Kommentar von Linda May

Weltweit werden Arbeiterinnen doppelt unterdrückt und ausgebeutet – einerseits vom noch immer allgegenwärtigen Patriarchat, andererseits vom bestehenden kapitalistischen System. Symbolisch steht der 8. März für alle Arbeiterinnen und Frauen als Tag des Kampfes gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung – und diesen Kampf nehmen die spanischen Frauen in diesem Jahr auf!

Frauengeneralstreik am 8. März

Die Vorbereitungen zum heutigen Tag laufen bereits seit einem Jahr, schon in den letzten Tagen fanden Aktionen in unterschiedlichen Städten statt, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. In Anlehnung an den großen isländischen Frauenstreik im Jahre 1975 soll der heutige Tag in Spanien nicht nur symbolisch im Zeichen des Kampfes stehen. Im Gegenteil: Das gesamte Land soll lahmgelegt werden. Der 8. März wird zum Frauenstreiktag.

Frauen jeder Herkunft, jedes sozialen Milieus und Alters stehen solidarisch, stark und laut Seite an Seite. Sie fordern „eine Gesellschaft ohne Unterdrückung, Ausbeutung und machistische Gewalt“ und rufen zur Rebellion gegen Kapitalismus und Patriarchat auf. „Rebellion und Kampf gegen die Allianz aus Kapitalismus und Patriarchat, die uns zahm, untergeordnet und schweigsam haben will“, lautet eine ihrer Losungen.

In einigen Teilen des Landes schließen sich auch Gewerkschaften an, um heute jede Arbeit niederzulegen und zu demonstrieren: Wenn wir Frauen streiken, bricht dieses elende System zusammen!

Gegenwind und Spaltung

Kritische Stimmen von Seiten konservativer und rechter Organisationen sowie Diskrepanzen feministischer Bewegungen machen klar: Auch hier wird versucht, eine Spaltung der Arbeiterklasse und Frauen durch das System und seine Handlanger zu erreichen. In letzter Konsequenz wird aber auch deutlich, dass völkische Ideale eine Befreiung der Frau niemals ermöglichen werden, konservative Haltungen unsere Rechte beschneiden und den feministischen Bewegungen heute oftmals der Bezug zum Proletariat sowie der arbeitenden Frau selbst fehlt.

Frauen aller Länder, Arbeiterinnen – steht auf, zeigt euch solidarisch mit den Kämpfen, nicht nur am heutigen Tag, sondern an jedem einzelnen, in jedem Land, zu jeder Frau!