Vermummte und bewaffnete Faschisten dringen in Autonomes Zentrum ein und verletzten mehrere Personen

In der Nacht zum Dienstag kam es zu einem gezielten Angriff einer Gruppe von ca. 10 Faschisten auf das „Autonome Zentrum Kim Hubert“ in Salzwedel/Sachsen-Anhalt. Die vermummten und mit Pfefferspray und Schlagwaffen ausgerüsteten Faschisten richteten einen enormen Sachschaden an und griffen gezielt in der zweiten Etage des Hauses eine Gruppe schlafender Menschen an. Im Anschluss soll zudem eine Rauchbombe gezündet worden sein.

„Die Nazis stürmten mit Schlagwerkzeugen bewaffnet in mehrere Zimmer, wo sie sofort anfingen, anwesende Personen mit Pfefferspray anzugreifen und gezielt Türen, Fenster und Möbel zu zerschlagen. An einigen Stellen wurden sogar Spuren gefunden, die auf die Benutzung einer Axt schließen lassen“, so der örtliche Verein „Kultur und Courage e.V.“ in einer Pressemitteilung zu dem Angriff.

Bereits in der Vergangenheit gab es mehrfach faschistische Angriffe auf das Haus. Im Februar 2010 stürmte eine Gruppe vermummter Faschisten den Info-Laden des AZs während einer Veranstaltung zu einem Nazi-Aufmarsch in Dresden. Im Mai 2011 wurde wenige Tage vor einem geplanten Nazi-Auftritt in Salzwedel ein Brandanschlag mit mehreren Brandsätzen auf das Zentrum verübt. Und im Januar 2016 kam es erneut zu einem Brandanschlag. Dabei fing ein Sofa Feuer. Nur durch das sofortige Löschen durch im Haus befindliche Menschen konnte Schlimmeres verhindert werden.

„Wir fordern alle Menschen in Salzwedel auf, gemeinsam mit uns gegen den Nazi-Terror aktiv zu werden. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Diese Nacht hat es uns getroffen, doch das Problem geht uns alle an, weil niemand weiß, wen es als nächstes trifft“, so abschließend der Aufruf von Kultur und Courage in der Pressemitteilung.

Der Verein vermutet, dass der Überfall eine Reaktion der regionalen rechten Szene auf einen antifaschistischen Stadtteil-Spaziergang am 16. Mai gewesen sei. Bei diesem Spaziergang wurde auf die massive faschistische Gewalt der vergangenen Jahre in Salzwedel hingewiesen, auch Treffpunkte und Wohnungen von ortsbekannten Faschisten wurden aufgesucht.