Redfish-Dokumentation über deutsche Waffenexporte erschienen

Deutschland hat offiziell eines der schärfsten Waffengesetze der Welt. Dennoch werden von hier aus die meisten Waffen weltweit exportiert. Wie ist das möglich? – Damit setzt sich eine Dokumentation des Redfish Media-Teams auseinander.

Heckler& Koch im Visier

Die Dokumentation geht unter anderem dem Skandal um illegale Waffenexporte des deutschen Rüstungsherstellers Heckler & Koch nach. Laut einem Whistleblower soll der Waffenbauer mit Wissen der Führung zumindest zwischen 2006 und 2009 Waffen in Konfliktregionen von Mexiko geliefert haben.

Die G36-Gewehre kamen später als Mordwaffen zum Einsatz, als 43 Studierende durch korrupte Polizisten in Mexiko gefangen genommen und einem mexikanischen Drogenkartell übergeben wurden. Sie wurden durch Heckler & Koch-Gewehre ermordet.

Rheinmetall geht neue Wege

Andere deutsche Waffenproduzenten wie Rheinmetall gehen gleich ganz neue Wege. Nach massiven Protesten hatte die Bundesregierung Waffenexporte nach Saudi-Arabien eingestellt – doch Rheinmetall baut dort oder auf Sardinien einfach eine Fabrik auf. Die Redfish-Doku zeigt, wie mit diesen Waffen dann z.B. Zivilisten im Jemen ermordet werden.

Die Merkel-Doktrin

Zuletzt wird die momentane Strategie Deutschlands im Waffenexport als „Merkel-Doktrin“ analysiert. Demnach versucht Deutschland durch Waffenexporte politischen Einfluss zu gewinnen, ohne sich die Hände durch die Kriege selbst schmutzig zu machen – wie zum Beispiel auch im türkischen Afrin.