Weltweit ist der Steuersatz auf Gewinne in den letzten 30 Jahren um die Hälfte gefallen

Die Geldströme zur Steuervermeidung sind verschleiert und kompliziert. Doch drei Ökonomen haben sich in einer umfassenden Forschung die Steuertricks der Großkonzerne weltweit angeschaut und herausgefunden: Satte 40% der Gewinne von Großkonzernen werden in Steueroasen umgeleitet. Der Steuersatz dort: Null Prozent.

Die Studie wurde von Thomas Tørsløv und Ludvig Wier von der Copenhagen Business School und dem dänischen Finanzministerium, sowie Gabriel Zucman von der Universität Berkeley in Kalifornien erstellt.

Dabei haben sie unter anderem die Methoden der Großunternehmen analysiert: „Wenn etwa Gewinne aus dem Geschäft in Deutschland nach Irland verlagert werden sollen, stellt das irische Konzernunternehmen dem deutschen hohe Lizenzgebühren oder Zinsen für interne Kredite in Rechnung. Das schlägt sich als Dienstleistungsexport Irlands nach Deutschland und in den aus Deutschland erhaltenen Zinszahlungen nieder“, so ein zusammenfassender Artikel im Handelsblatt.

In der Praxis führt das dazu, dass zum Beispiel der Technologiekonzern Apple rund 19 Milliarden Euro Gewinn auf der kleinen Karibikinsel Bermuda im Jahr 2016 gemacht hat. Dies, obgleich das Unternehmen dort fast keine Fabriken und ArbeiterInnen hat – aber einen Steuersatz von null Prozent vorfindet.

Neben diesen direkten Tricks zur Steuervermeidung weisen die Autoren noch eine massive Steuersenkung für Unternehmen in den letzten Jahrzehnten nach. So fiel von 1985 bis 2018 der weltweite Durchschnittssteuersatz von knapp 50 Prozent auf nur noch 24 Prozent. Erst vor Kurzem hatte Donald Trump in den USA den Satz von 35 auf 21 Prozent gesenkt.