Spar- und Supersparpreise sollen bald der Vergangenheit angehören

Wer früh dran ist, kann auch mal ein Schnäppchen machen – 19,90€ oder 29,90€ kostet dann ein ICE von Köln nach Berlin. Viele Menschen können sich Bahntickets nur zu mit diesen Spar- oder Supersparpreisen leisten. Doch für den Bahnbeauftragten der Bundesregierung darf das nicht sein. Er fordert jetzt die Abschaffung solcher Rabatte.

„Das Rabattsystem muss auf den Prüfstand.“

Enak Ferlemann ist Verkehrs-Staatssekretär und Bahn-Beauftragter der Bundesregierung – und sorgt sich um den Zustand der Deutschen Bahn. Eines seiner Hauptprobleme sind bezahlbare Tickets: „Im Fernverkehr steigen die Passagierzahlen zwar, aber die Gewinne sinken. Ich bin überrascht darüber, wie viele Rabatte angeboten werden“, so Ferlemann. „Das Rabattsystem muss auf den Prüfstand“, fordert der Beauftragte und versucht, Bahnfahrer gegeneinander auszuspielen: „Womöglich profitieren von all den Sparpreisen und Sonderrabatten nur einige Wenige, während die Mehrheit dafür einen höheren Normalpreis zahlen muss.“

Hintergrund: Nicht genug Profit

Ursache der Attacke auf die günstigen Preise ist wie so oft der zu niedrige Profit: „Die Bahn hat ein Ertragsproblem. Sie verdient nicht genug, um aus dem Cashflow die nötigen Investitionen stemmen zu können“, so Ferlemann. Erst vor kurzem hatte Bahnchef Richard Lutz einen Brandbrief zum gleichen Thema an die Führungskräfte der Bahn geschickt.