Immer mehr Menschen fühlen sich von der herrschenden Politik nicht mehr ernst genommen und vertreten. – Ein Kommentar von Kevin Hoffmann

Immer mehr Menschen sehen, dass die Entscheidungen in Politik und Gesellschaft nur den Interessen der Reichen und dem Machterhalt einiger Weniger dienen. Immer mehr Menschen sagen und zeigen ihren Willen nach Veränderung.

Doch was kann ich tun?

Oft wird uns erzählt, wir könnten ja doch nichts verändern. Die Dinge wären nun mal so wie sie sind. Und wenn wir uns nur lange genug anstrengen würden, dann könnten wir vielleicht auch ein paar Krümmel mehr vom Kuchen abbekommen. Doch ist das wirklich so? Sind wir ganz alleine und können ja doch nichts tun?

Wir können alles verändern!

Die Geschichte zeigt uns, dass es auch anders geht! Anfang November jährt sich zum 100. Mal die Novemberrevolution in Deutschland. Nach vier Jahren des unentwegten Mordens im Namen von Königen, Kaisern und Großindustriellen im Ersten Weltkrieg haben sich die Menschen in Deutschland von der Herrschaft der Monarchie befreit. Allen voran die Soldaten und ArbeiterInnen, die Jugendlichen und Frauen.

Nach dem Vorbild der Oktoberrevolution 1917 in Russland und ausgehend von den zwangsweise als Matrosen eingezogenen Arbeitern in den norddeutschen Hafenstädten Kiel, Hamburg und Bremen beginnt in den ersten Novembertagen der Aufstand gegen die Herrschenden und ihren Krieg. Bis zum 9. November greift das Aufbegehren auf ganz Deutschland über und erreicht auch die Hauptstadt Berlin. Überall werden nach dem Vorbild der KommunistInnen in Russland Arbeiter- und Soldatenräte gewählt, die Herrschenden entmachtet, wird das Schicksal selbst in die Hand und die Macht in Deutschland übernommen.

„Es gab noch vor einer Woche einen militärischen und zivilen Verwaltungsapparat, der (…) so tief eingewurzelt war, dass er über den Wechsel der Zeiten hinaus seine Herrschaft gesichert zu haben schien. (…) Gestern früh war, in Berlin wenigstens, das alles noch da. Gestern Nachmittag existierte nichts mehr davon.“, so das Berliner Tageblatt am 10. November 1018.

Denn ihre Ordnung ist auf Sand gebaut

Auch wenn die Novemberrevolution sehr früh von der Sozialdemokratie verraten wurde und deshalb viele ihrer Errungenschaften nicht dauerhaft sichern konnte, so hat sie doch eins ganz klar gezeigt: Nichts bleibt so wie es ist. Weder die eigene persönliche Situation, noch die Gesellschaftsformation, in der wir leben, ist von Gott gegeben oder ein nicht veränderbares Schicksal.

Wenn wir uns zusammenschließen aufgrund unserer gemeinsamen Interessen, wenn wir unsere FreundInnen, NachbarInnen und KollegInnen dazu bringen, sich gemeinsam mit uns für Veränderung einzusetzen, dann können wir früher oder später an die Veränderungen von vor 100 Jahren anschließen und voller Überzeugung mit den Worten Rosa Luxemburgs ausrufen: „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon rasselnd wieder in die Höh‘ richten und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war- ich bin- ich werde sein!“

Der Wunsch und das Streben der Menschen nach Veränderung, nach Gerechtigkeit und einem guten Leben für alle kann und wird sich auf Dauer nicht unterdrücken lassen. Schließen wir uns also zusammen und setzen uns heute schon für die Veränderungen von Morgen ein.