Das Jahr 2018 ist zu Ende zu. Ein guter Zeitpunkt für einen Rückblick auf das, was dieses Jahr geschehen ist und auf das, was im kommenden Jahr wichtig wird. – Ein Kommentar von Kevin Hoffmann

Das Jahr 2018 und die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in Deutschland haben zu einer starken Polarisierung von Meinungen beigetragen. Die hier aufgeführten Themen sind dabei sicher nur ein kleiner Ausschnitt, stehen aber exemplarisch für Themen, bei denen die Meinungen und Bewertungen wohl kaum weiter auseinander gehen könnten.

Aufrüstung und Überwachung

Das Jahr 2018 war ein Jahr der Aufrüstung. Nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland wurde ein deutlich höheres Militärbudget beschlossen, neue Waffensysteme sollen angeschafft werden und die Bundeswehr soll zukünftig global „mehr Verantwortung“ übernehmen. Im Klartext: Die Bundeswehr soll in noch mehr Kriegen eingesetzt werden.

Parallel dazu werden in fast allen Bundesländern die Polizeigesetze massiv verschärft, und die Geheimdienste bekommen immer mehr Befugnisse. Massive Ängste vor Kriminalität und Terror werden geschürt und das, obwohl so wenige Straftaten wie schon seit über 20 Jahren nicht mehr registriert wurden.

Ruck nach Rechts

Die politischen Debatten werden immer weiter nach Rechts verlagert. Dazu hat nicht zuletzt der Einzug der AfD in alle Landesparlamente gesorgt. Dabei nimmt auch die offen rassistische und faschistische Rhetorik weiter zu. Gewalttaten wie in Chemnitz oder Kandel werden genutzt, um fremdenfeindliche Stimmung zu verbreiten. Parallel dazu bilden sich immer mehr bewaffnete faschistische Strukturen. Durch mildeste Strafen wie im NSU-Prozess und die Verneinung des rechten Terrors werden sie dazu noch ermutigt.

Unsere Umwelt

Die langanhaltende Trockenheit bzw. die Hitzewelle im Sommer 2018 zeigen, dass der Zustand unserer Umwelt zunehmend zu einer existenziellen Frage wird. Mittlerweile können wir die Auswirkungen auch in Deutschland immer deutlicher spüren. Immer mehr Menschen engagieren sich auch hier für eine lebenswerte Zukunft!

Reaktionen und Perspektiven

Doch natürlich gab es nicht nur Negatives im Jahr 2018! 2018 war auch ein Jahr zahlreicher Proteste und Bewegungen, die sich gegen die oben genannten bedrohlichen Entwicklungen richteten. Angefangen mit den anhaltenden Protesten gegen die neuen Polizeigesetze über die Bewegung gegen die mörderische Flüchtlingspolitik Deutschlands und der EU bis hin zu den unzähligen Menschen, die sich für den Erhalt des Hambacher Forsts und den Kohle-Ausstieg engagiert haben.

Hinzu kommt eine stark wachsende Bewegung gegen die immer weiter steigenden Mieten in den Großstädten und Ballungsgebieten Deutschlands. Auch im Kleinen beginnen immer mehr Menschen, sich zu organisieren und gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu Wehr zu setzen.

Auch im kommenden Jahr wird es mehr als genug Anlässe und Gründe geben, gegen die herrschenden Zustände zu protestieren, sich zu engagieren und zu organisieren. Dabei sollte es uns nicht nur darum gehen, aus der Defensive heraus Abwehrkämpfe zu führen, um das Schlimmste zu verhindern, sondern Alternativen aufzuzeigen und aufzubauen.

Um so mehr gilt es auch im Jahr 2019: Schließen wir uns mit unseren NachbarInnen, KollegInnen und FreundInnen zusammen und setzten uns gemeinsam für unsere Interessen ein. Schaffen wir im Großen wie im Kleinen eine Kultur der Solidarität und der gegenseitigen Hilfe und setzen damit Egoismus und Rassismus, der „Ellenbogengesellschaft“ und Vereinzelung eine positive Alternative gegenüber.

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