In Brasilien sind bei dem Bruch eines Damms für Bergbauausschutt mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen, über 300 werden noch vermisst. Noch im letzten Jahr hatte das deutsche Unternehmen TÜV SÜD dessen Sicherheit bestätigt. Es gibt bereits Proteste gegen Minen-Betreiber Vale.

Am Freitag ist ein Damm an der Eisenerz-Mine Córrego do Feijão des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale gebrochen. Im Anschluss ergoss sich eine Schlammlawine über die angrenzenden Siedlungen und Straßen. 58 Todesopfer sind bereits bestätigt, die Wahrscheinlichkeit, noch Lebende unter den weiteren 305 Vermissten zu finden, wird immer geringer. Darunter sind auch viele ArbeiterInnen, die während des Dammbruchs in der Mine arbeiteten. Diese liegt nahe der Gemeinde Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais.

Im September war der Damm vom deutschen Unternehmen TÜV SÜD überprüft worden, dort seien keine Mängel festgestellt worden. Auch am 10. Januar 2019 habe es laut Vale-Chef Schvartsman eine weitere Inspektion gegeben. Gleichzeitig war der 1976 gebaute und 86 Meter hohe Damm für Bergbauschutt bereits zum Abriss vorgesehen. TÜV SÜD drohen nun möglicherweise hohe Schadensersatzforderungen.

Sicherheit vermindert Profit

Joao Vitor Xavier, Chef der Bergbau- und Energiekommission, wird in der Staatsversammlung deutlich: „Es gibt sichere Wege für den Bergbau. Es ist nur so, dass es die Gewinnmargen verringert, also bevorzugen sie es billiger zu machen – und damit Menschenleben zu gefährden.“

Derweil finden in Brasilien bereits erste Proteste gegen das brasilianische Unternehmen statt. Unter dem Hashtag #Valeassessina („Vale tötet“) macht sich in Sozialen Medien der Unmut Luft. Ein Video eines ARD-Korrespondenten zeigt wütende Angehörige:

Der Dammbruch bringt nicht nur viele Tote mit sich, sondern ist auch eine Katastrophe für das lokale Ökosystem. So ist der Flusslauf des Paraopeba mit mutmaßlich giftigem Abraumschlamm verseucht, der nun langsam in den Rio São Francisco treibt.

Bereits vor weniger als drei Jahren kam es zu einer ähnlichen Katastrophe bei einer nahe gelegenen Mine der Samarco Mineracao SA, einem Joint Venture von Vale und BHP Billiton (BHP.AX). Damals kamen 19 Menschen zu Tode.

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