In den vergangenen Wochen sind die angekündigten Grenzschließungen durchgeführt wurden. Alle Länder schotten sich gegenseitig ab und versuchen damit, dem Corona-Virus entgegenzutreten. Doch dieser hat sich für die ersten Ernten dieses Jahres einen offensichtlich ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht: die Spargel- und Erdbeerbauern schlagen Alarm, da ihre ErntehelferInnen aus dem osteuropäischen Raum ausfallen.

Kluge Ratschläge gibt es für die Spargel- und Erdbeerbauern in letzter Zeit viele. Unsere Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) schlägt beispielsweise vor, Geflüchtete, Erwerbslose, Studierende und GastronomInnen an der hiesigen Spargel- und Erdbeerernte zu beteiligen. Ihre Überlegung ist es, die bürokratischen Hürden zu lockern, um die Erntehilfe attraktiver zu gestalten. Geflüchtete sollen beispielsweise ohne Arbeitserlaubnis arbeiten dürfen.

Das geht sogar so weit, dass trotz der Wirtschafts- und Coronakrise rumänische ErntehelferInnen eingeflogen werden sollen. Das größte Problem bei dem Flug sind die Transitländer Ungarn und Tschechien, mit denen die Bundesregierung angesichts der drohenden miserablen Ernte in Kontakt steht. Auch polnische ErntehelferInnen haben bereits angegeben, dass sie gerne zur Ernte kommen würden, sehen aber den Grenzübertritt als sehr problematisch an.

Währenddessen macht sich bei den Spargel- und Erdbeerbauern die erste Panik breit, falls die Grenzen geschlossen bleiben. Bei der derzeitigen minimalen Bezahlung für die ErntehelferInnen – knapp 10 Euro – wird es schwer werden, auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu punkten. Hinzu kommt, so die ersten Stimmen, dass das Ernten geübt sein will und HelferInnen bis zu zwei Jahre Ausbildung brauchen.

Jürgen Kopf etwa, Geschäftsführer vom „Spargelhof Kyhna“ (Sachsen), will sogar seine Anbaufläche nach der jetzigen, schon zweiwöchigen Krise in den nächsten Jahren verkleinern, weil die ErntehelferInnen auf lange Sicht fehlen werden.