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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    80 Neuinfektionen in baden-württembergischem Schlachtbetrieb

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    Unter den Beschäftigten in der Fleischindustrie grassiert das Coronavirus besonders stark. Dies liegt unter anderem an der Unterbringung in engen Massenunterkünften. Nun haben sich 80 MitarbeiterInnen eines Schlachtbetriebs in Baden-Württemberg infiziert.

    Seit dem Ausbruch von Corona ist es gang und gäbe, dass sich Menschen infizieren, die durch ihre Arbeit in Kontakt mit anderen kommen. Dabei handelt es sich nicht nur um Busfahrerinnen oder Kassierer, sondern auch um viele, die in Jobs arbeiten, die wir nicht direkt wahrnehmen bspw. als SchlachterInnen. Die kommen zwar nicht in Kundenkontakt, arbeiten allerdings mit sehr vielen anderen KollegInnen in einem Betrieb.

    In den vergangenen Tagen wurden in einem Schlachthof in Birkenfeld bei Pforzheim weitere 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Sie reihen sich ein in eine lange Schlange von Coronavirus-Infizierten innerhalb des selben Betriebs. Eine Sprecherin des Landratsamts teilte mit, dass nun rund ein Viertel der 1.100 MitarbeiterInnen des Schlachthofs entweder mit dem Virus infiziert ist oder es bereits war.

    Regelungen zur Corona-Prävention wurden eingeführt. Sie sehen vor, dass Mehrbettzimmer nur von Familien oder PartnerInnen bewohnt werden dürfen. In Unterkünften soll es darüber hinaus Geschirrspül- und Waschmaschinen sowie einen Wäschedienst geben. Die Lebensumstände der ArbeiterInnen sahen lange Zeit allerdings anders aus.

    Hunderte rumänische ArbeiterInnen in Schlachthöfen mit Corona infiziert – trotzdem wird weiter produziert

    Unter anderem der Spiegel berichtet, dass viele der MitarbeiterInnen von „Müller Fleisch“ in heruntergekommenen Wohnungen mit bis zu 16 Personen auf 117 Quadratmetern lebten. Laut einem Statement der Firma wurden diese mittlerweile vom Landratsamt in Ausweichunterkünften untergebracht. Über eine Schließung des Betriebs wurde kurze Zeit diskutiert, dafür gäbe es aber keine rechtliche Handhabe, solange sich das Unternehmen an die Vorgaben halte. Mittlerweile sind 150 ArbeiterInnen des Betriebes wieder genesen, sie befinden sich jedoch in sogenannter Berufsquarantäne. Sie dürfen also wieder arbeiten gehen, sich dann aber nur zwischen Arbeitsplatz und Wohnung bewegen.

    Mit diesen Zuständen steht der Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg nicht allein da. In den vergangenen Tagen schnellten die Infektionszahlen auch in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in die Höhe. Insgesamt wurden bislang mindestens 905 ArbeiterInnen der Fleischindustrie in Deutschland positiv auf Corona getestet.

    Ein anderer stark betroffener Schlachthof ist einer der Firma „Vion“ in Bad Bramsted, Schleswig-Holstein. Dieser musste seinen Schlachtbetrieb bereits schließen, nachdem dort über 100 ArbeiterInnen mit Werksvertrag infiziert wurden, mittlerweile sind es dem NDR zufolge 130 MitarbeiterInnen und deren Angehörige. Die meisten von ihnen waren in Zweibett-Zimmern in einer ehemaligen Kaserne untergebracht und wurden gemeinsam per Bus zur Arbeit gefahren. Unter ihnen befinden sich viele rumänische ArbeiterInnen.

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